Wyneke Jordans, Leo van Doeselaar – Brahms – 4 Hands

Gemessen an der weltweiten Popularität der Ungarischen Tänze von Brahms, gemessen auch an der Tatsache, dass man sie in fast allen nur denkbaren Besetzungen vom großen Orchester bis zum Akkordeon hören kann, ist die Zahl der zur Zeit greifbaren Einspielungen in der Originalfassung für Klavier „4 Hands“ überschaubar.

Schon aus diesem Grund kann man der neuen belgischen Produktion mit Wyneke Jansons und Leo van Doeselaar ohne die skeptisch hochgezogenen Augenbrauen entgegensehen, die sich inzwischen bei Neueinspielungen ähnlich berühmter Klassiker-Standards quasi automatisch einstellen.

Sie verdient aber auch aus zwei weiteren Gründen Aufmerksamkeit. Einmal, weil die ausgewählten acht der 21 Ungarischen Tänze hier zwei der seltener aufgeführten Werke von Brahms einrahmen, nämlich die schönen, bis heute im Schatten der Händel-Variationen op. 24 stehenden zehn Veränderungen über „Schumanns letzten musikalischen Gedanken“ op. 23 und das erste Heft der Liebesliederwalzer-Quartette in der Fassung allein für Klavier, die Brahms ja von Anfang an als „Walzer für das Pianoforte zu Händen“ mit Gesang „ad libitum“ – nach Belieben – konzipiert hatte.

Dann aber, „last“ und wirklich „not least“, auch wegen der Interpretation. Jordans und Doeselaar, seit 1980 als „Amsterdam Piano Trio“ aktiv, spielen ihren Brahms in einer sehr ansprechenden Mischung aus klavieristischer Solidität und temperamentvoller Gestaltungslust. Die alten Aufnahmen mit den Kontarskys wirken daneben artig und glatt, Brendel und Klien in ihren jungen Jahren eher eilig und aufgeregt.

Ingo Harden

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Wyneke Jordans, Leo van Doeselaar – Brahms – 4 Hands

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Brahms – 4 Hands. Ungarische Tänze Nr. 1-5, 8,11,13, Variationen über ein Thema von Robert Schumann, Liebeslieder-Walzer op. 52a; Wyneke Jordans, Leo van Doeselaar (2020); Passacaille

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