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Wiener Philharmoniker | Beethoven: Sinfonie Nr. 9

Dass die großen Meisterwerke Ludwig van Beethovens zu seinem 250. Geburtstag im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, ist nicht überraschend. Die Deutsche Grammophon hat neben einer Gesamtausgabe aller Werke Beethovens auch kleinere Pakete mit Konzerten, Kammermusik und den Sinfonien vorgelegt. Jetzt streut sie die Highlights dieser Aufnahmen offenbar noch einmal in gesonderten Editionen.


Dies gleich vorweg: Wer seinen Beet­hoven klanglich opulent mag, der liegt mit der Neunten und den Wiener Philharmonikern unter Andris Nelsons genau richtig. Hier wird mit eher breitem Pinsel gemalt, der Klang zelebriert, unterstützt von einem hervorragenden Solisten­ensemble. Nelsons verliert sich nicht in kompositorischen Details, sondern versucht, den Gesamtzusammenhang dieses sinfonischen Wurfs zu erfassen. So erscheinen die einzelnen Sätze in seiner Interpretation nicht als in sich abgeschlossene Gebilde, sondern als Stationen eines Prozesses, der schließlich im mitreißenden Finale gipfelt. Deshalb ist das Adagio molto bei ihm kein Ruhepunkt innerhalb des sinfonischen Gefüges, sondern Nelsons betont die Brückenfunktion zwischen dem eher schroffen Kopfsatz und der abschließenden Ode an die Freude. Dabei gelingen ihm immer wieder ausdrucksvolle Spannungsbögen, die Bläser „singen“ und verströmen ein nicht enden wollendes Melos. Auch das komplexe Scherzo mit seiner verwickelten Kontrapunktik erscheint hier als Facette auf dem Weg zum Finalsatz. Besonders spektakulär ist diese Aufnahme der Neunten vielleicht nicht, aber in sich schlüssig und in ihrer kraftvollen Eleganz gewiss würdig, den 250. Geburtstag ihres Schöpfers angemessen zu zelebrieren.
 

Martin Demmler

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Wiener Philharmoniker | Beethoven: Sinfonie Nr. 9

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Beethoven: Sinfonie Nr. 9; Camilla Nylund, Gerhild Romberger, Klaus Florian Vogt, Georg Zeppenfeld, Wiener Singverein, Wiener Philharmoniker, Andris Nelsons (2018); Deutsche Grammophon

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