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Tim Warfield | Jazzland

Tim Warfield hat den Wertekanon afroamerikanischer Musik verinnerlicht. Seit seinem Debüt „A Cool Blue“ (1994) überzeugt er mit einem Sound, der den gesamten Tonumfang eines Saxofons einbezieht. Dabei verlieren seine packenden Improvisationen niemals den Bezug zu Hardbop und modalem Jazz, den er auf seinem aktuellen Album „Jazzland“ weiterentwickelt.

Dafür braucht er Musiker, die ebenfalls ein Verständnis für die Jazztradition verinnerlicht haben und davon ausgehend neue improvisatorische Wege erkunden. Bis auf Warfields „Shake It For Me“ finden sich bei dieser Aufnahme-Session keine weiteren Originals. Stattdessen Themen prominenter Saxofonisten wie „Sleeping Dancer, Sleep On“ von Wayne Shorter und Lou Donaldsons „Hipty Hop“. Darüber hinaus weitere Stücke, die Warfield aufgrund von Melodien auswählte, die ihm besonders gut gefielen.

Hier schießt die Pop-Ballade „Ode To Billie Joe“ den Vogel ab. Über einem lässigen New-Orleans-Beat und funky Hammond-B 3-Orgel-Riffs spielt der Leader ein Solo, das man aufgrund seines erdigen Blues-Feelings getrost zu den besten Beispielen eines modern konzipierten Soul Jazz zählen kann. Mit ähnlich attraktiven Beiträgen folgen der Trompeter Terrell Stafford und der Organist Pat Bianchi den kreativen Vorgaben des Leaders. Dieser hat sich auch für „Wade In The Water“ etwas Besonderes einfallen lassen: Zunächst stellte er das bekannte Spiritual im Satz mit dem Trompeter in einer langsamen Fassung vor, bis das Stück, angetrieben von heißer Perkussion, an Tempo gewinnt. Im Fokus des Geschehens folgt ein motivreiches Orgel-Solo, dessen Spannung durch heftige Bläser-Riffs noch hitziger ausfällt. Im letzten Drittel der Nummer versuchen sich der Trompeter und der Leader – diesmal auf dem Sopransax – mit jeweils kurzen aufeinanderfolgenden Soli zu übertreffen.

Gerd Filtgen

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Tim Warfield | Jazzland

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Musik:
4,50
Klang:
4,00

Tim Warfield: Jazzland; Tim Warfield (ss, ts), Terrell Stafford (tp,fl-h), Pat Bianchi (Hammond B-3), Byron Landham (dr), Daniel Sadownick (perc) Criss Cross / Harmonia Mundi

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