Tillmann Höfs | Air

Tillmann Höfs, Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs 2017, hat sich für die mit der Auszeichnung verbundene CD-Produktion ein in jeder Beziehung anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Als Eckpfeiler fungieren dabei die dreisätzigen Sonaten von Jane Vignery (1942) und Paul Hindemith (1939). Die heute bis auf ihre Hornsonate völlig vergessene belgische Komponistin Vignery (1895-1974) erzeugt mit Virtuosität und klanglicher Delikatesse raffinierte impressionistisch gefärbte Klangbilder. Bemerkenswert ist dabei der höchst eigenständige Klavierpart.

Hindemith schickt den Hornisten spielerisch durch eine nostalgisch anmutende romantische Landschaft, in der auch zwei Piècen von Richard Strauss und dessen Vater, dem Hornisten Franz Strauss, angesiedelt sind.
In zunächst scharfem Kontrast dazu stehen Esa-Pekka Salonen (Concert Étude) und Jörg Widmann (Air), die in ihren zeitgenössischen unbegleiteten Solostücken (2000/05) experimentell alles nur Mögliche aus dem Instrument hervorzaubern, ohne jedoch dessen Charakter zu verleugnen.
Tillmann Höfs, der als Sohn des renommierten Trompeters Matthias Höfs quasi mit Blech im Blut geboren wurde, glänzt mit einer wahrhaft reifen Leistung, indem er die unterschiedlichen Stimmungen der Stücke souverän herausarbeitet. Sein in allen Registern samtig-runder Ton ist enorm modulationsfähig, mit frappierender Technik meistert er scheinbar spielerisch selbst extremste Passagen. Die Pianistin Akiko Nikami erweist sich durchweg als zuverlässige musikalische Partnerin, der es vor allem in der Vignery-Sonate gelingt, Solo und Dialog geschickt auszubalancieren.

Holger Arnold

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Tillmann Höfs | Air

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Air. Hornwerke von Hindemith, Salonen, F. & R. Strauss, Widman und Vignery; Tillmann Höfs, Akiko Nikami (2018); Genuin

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