Anzeige

Thymos Quartet | Schubert: Forellenquintett

Erst das Forellenquintett, anschließend Walzer und Ländler mal für die Streicher, mal fürs Klavier: Da fehlt zum Bild einer echten Schubertiade aus dem Wien der 1820er höchstens noch etwas Gesungenes (und der Wein, den man sich selbst besorgen muss).


Doch das alles hätte dann schon mehr als eine Scheibe gebraucht, und letztlich fällt die CD auch in der gewählten Form wohltuend aus, weil sich fast alle Beteiligten einig darin sind, Schuberts Gesellschaftsstücke weniger als blitzend muntere Spielexerzitien denn von ihren schwärmerisch-zärtlichen und schmelzend-lyrischen Seiten her zu erschließen.
Eine kleine Ausnahme ist in diesem Zusammenschnitt zweier verschiedener Aufnahmen Jean-Frédéric Neuburgers abschließende Ländler-Auswahl, die mit ihrem füllig pedalisierten Klang schon sehr in Richtung Chopin weist – was sicher weniger auffiele, wenn nicht Christoph Eschenbach im Quintett eine ganz andere Anschlagskultur pflegen würde: schlank und am Hammerklavierklang orientiert, gleichermaßen transparent und poetisch mit Farben, die sich zwischen Bass und Diskant oft markant unterscheiden. Mit seiner sensiblen, den Tönen gleichsam versonnen nachfragenden Dünnhäutigkeit steht der Altmeister ganz an der Seite des zwei Generationen jüngeren Thymos-Quartetts, das beim großen Werk im gemeinsamen Spiel mit dem Kontrabassisten Yann Dubost gelegentlich auch trocken-direkt daherkommen kann, aber meist ebenfalls verhaltenere Töne und feine Stimmungsnuancen ansteuert. In der von Olivier Dejours brillant arrangierten Quartett-Tanzfolge verdichten sich die kleinen Miniaturen in herb verträumter Walzerseligkeit zu einem Klangbild eigener Gewichtigkeit – weit mehr als bloße Zugaben.

Gerald Felber

Zur Übersicht
Thymos Quartet | Schubert: Forellenquintett

Bei unseren Partnern erhältlich als CD oder Download:

Bestellen bei JPC
Download bei qobuz
Musik:
4,50
Klang:
4,50

Schubert: Forellenquintett D 667, Walzer (Arr.: Olivier Dejours) und Ländler aus D 146, 366 und 790; Quatuor Thymos mit Yann Dubost, Christoph Eschenbach und Jean-Frédéric Neuburger (2016/19); Avie

FonoForum-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote finden Sie im FonoForum-Newsletter.

Jetzt registrieren