Théo Ceccaldi Trio – Django

Sie sind das spannendste Brüderpaar des aktuellen europäischen Jazz, der 1986 südlich von Paris geborene Geiger Théo Ceccaldi und sein drei Jahre jüngerer, Cello spielender Bruder Valentin. Dass sie beide zunächst Schlagzeug lernten, erklärt vielleicht ihre faszinierende Offenheit gegenüber unterschiedlichsten Stilrichtungen, die technisch brillant quer durch die Historie bis hin zu wildester Improvisationsartistik reicht.

Angesichts dessen denkt man beim neuen Album „Django“ des seit 2010 bestehenden Théo Ceccaldi Trios mit dem Gitarristen Guillaume Aknine spontan eher an den coolen Helden diverser Italo-Western als an Jean „Django“ Reinhardt, dessen Spitznamen Sergio Corbucci 1966 für seinen legendären Protagonisten übernahm. Freilich machen einem gleich die ersten Takte des Openers „Balancelle et Chèvrefeuille“ klar, dass es doch um den Manouche-Gitarristen geht, wenn Théo Ceccaldi, dessen Geige plötzlich aus feinen Pizzicati aufbrandet, Reinhardts unverkennbaren „Minor Swing“ mit Fats Wallers „Honeysuckle Rose“ (franz.: „chèvrefeuille“) zu stimmiger Synthese führt.

Beim flirrenden „Six pouces sous mer“ umtändeln sich die Streicher über einer stoischen Basslinie, um dann irisierenden Gitarrentönen Raum zu geben, die ins Elektrisch-Rockige aufblühen und vom nun zupfenden Valentin pulsierend grundiert werden. Diese 13 Minuten zei­gen par excellence das imposante Ausdrucksvermögen des formidablen Trios, das mal fiedelt, mal plinkert, mal neutönerisch agiert und so rhythmisch hochvariable Klangbilder kreiert, die grandios zwischen Gypsy-Swing, subtiler Kammermusik und purer Ekstase schillern. Eine überwältigend unkonventionelle Hommage.

Sven Thielmann

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Théo Ceccaldi Trio – Django

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Musik:
4,50
Klang:
4,50

Théo Ceccaldi Trio: Django; Théo Ceccaldi (v), Guillaume Aknine (g), Valentin Ceccaldi (cello); Full Rhizome/Broken Silence

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