Tanja Tetzlaff | Bach: Suiten für Violoncello solo Nr. 4-6

Die Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach sind ein musikalisches Monument, mit dem sich jeder Cellist irgendwann auseinandersetzen muss. Früher oder später muss die Entscheidung fallen, ob man die Suiten im Konzert aufführen, lieber im Studio aufnehmen oder doch einfach ganz umschiffen und niemals öffentlich spielen will. Denn wer sich mit den Suiten aus der Deckung wagt, muss sich den Vergleich und die Konkurrenz von hunderten Aufnahmen gefallen lassen. Nicht ganz einfach, sich da zu positionieren. Tanja Tetzlaff gelingt das auf ihrer neuen CD aber äußerst überzeugend.


Ihr Fokus liegt weniger auf der Eleganz der Tanzsätze als auf den darunter liegenden Emotionen, die bei ihr mit Macht an die Oberfläche drängen. Kraftvoll und energiegeladen geht es bei Tanja Tetzlaff zu, ohne dass es jemals grob oder rustikal würde. Gleichzeitig wird in ihrer Interpretation die Struktur der Suiten, das innere komplexe Gewebe so deutlich und klar wie sonst selten. Tetzlaff hat sich außerdem dazu entschieden, die Bach-Suiten mit weiteren Musikstücken zu kontrastieren. Das ist zunächst kein neuer Gedanke – es gibt die vielfältigsten Versuche dazu: Improvisationen, Werke von Zeitgenossen, Bearbeitungen der Suiten u.v.m. Tetzlaff hat bei Thorsten Enke zwei kurze Werke als Puffer zwischen den Suiten in Auftrag gegeben. In „Cracks & Clouds“ für Violoncello solo und Zuspielband hört man es knacken, klirren und knistern, aber es gibt auch wilde Ausbrüche, leises Rascheln und ein veritables Gewitter. Die Idee, dass Enkes Werke einerseits eine ganz neue, spannende Klangwelt eröffnen und andererseits die Ohren wieder frisch machen für die nächste Bach-Suite, geht dabei voll auf.

Dorothee Riemer

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Tanja Tetzlaff | Bach: Suiten für Violoncello solo Nr. 4-6

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Bach: Suiten für Violoncello solo Nr. 4-6 BWV 1010-12; Enke: Cracks & Clouds für Violoncello und Zuspielband; Tanja Tetzlaff (2018); CAvi