Stefan Temmingh | Händel: Sonaten für Blockflöte & Cembalo

Händels sechs Blockflötensonaten gehören zu den attraktivsten Werken, die für das Instrument geschrieben wurden. Es gibt die herrlichsten weitgespannten Melodien (etwa in den Kopfsätzen der C-Dur- und F-Dur-Sonate), vergleichbar mit dem berühmten „Ombra mai fu“ aus Händels Oper „Serse“. Hier wird man mit opernhaft dramatischen Passagen versorgt (im ersten jagenden Allegro der a-Moll-Sonate), hier wartet der Komponist mit kontrapunktisch verschachtelten Strukturen auf (im zweiten Satz der C-Dur-Sonate).


Der Blockflötist Stefan Temmingh und die Cembalistin Wiebke Weidanz sind ein hervorragend harmonierendes Duo. Sie präsentieren Händels Blockflötensonaten original, nur für Blockflöte und Cembalo, ohne ein Continuo-Cello. Natürlich ist die Blockflöte melodisch führend. Stefan Temmingh gestaltet Händels in ihrer schlichten Größe so anrührenden Melodien ungeheuer gesanglich, voller Intensität und Farbigkeit.
Dennoch ist der technisch anspruchsvolle Cembalo-Part weit mehr als simple Begleitung und gerade in den kontrapunktisch angelegten Sätzen ein gleichwertiger Partner. Wiebke Weidanz trägt mit den verschiedenen Cembalo-Registern (Lautenzug oder hohe Register) zur gestalterischen Kurzweil bei. Ihre Bandbreite an artikulatorischen Abstufungen ist faszinierend, von aggressiver Verve bis zum sanft fließenden, ins Philosophierende tendierenden Gestus. Zwischen die einzelnen Sonaten – die Stefan Temmingh klanglich variabel auch auf verschiedenen Flöten spielt – haben die beiden Musiker als Übergänge bzw. als Prä- oder Postludien sehr kurze, improvisatorische Sätze von Händel und anderen gesetzt. Das lässt diese sechs Blockflöten-Kleinodien wie aus einem Guss wirken. Gelungen!

Elisabeth Richter

Zur Übersicht
Sonaten für Blockflöte & Cembalo

Bei unseren Partnern erhältlich als CD oder Download:

Bestellen bei JPC
Download bei qobuz
Musik:
5,00
Klang:
4,00

Händel: Die Blockflötensonaten; Stefan Temmingh, Wiebke Weidanz (2018); Accent