Sonya Yoncheva | Rebirth

Bereits die ernste Instrumentaleinleitung zu Stradellas Salome-Arie „Queste Lagrime“ lässt in ihrer Intensität aufhorchen. Der Startpunkt von „Rebirth“ schafft eine konzentrierte Atmosphäre, die charakteristisch für das ganze Album ist.

Die Auswahl der Werke zeichnet die Linie von Monteverdi über Cavalli bis zu Stradella nach und durchmisst das 17. Jahrhundert mit Gelegenheitsbesuchen bei Gibbons, Dowland und Ferrabosco. Der Abstecher zu meditativer bulgarischer Folklore (und ABBA, na ja) sprengt angenehm die Halterung der E-Musik-Schublade. Besonders gerne folgt man dem Opernstar und seiner Reisebegleitung auch in lateinamerikanische Gefilde.

Die höchst feinnervig und extrem sinnlich spielende Cappella Mediterranea unter Leonardo Garcia Alarcon ist dank ihrer selbstverständlichen Musikalität in allen Klängen zu Hause. Von der hüpfenden Flöte bis zur sanft grundierenden Orgel überzeugen Instrumentierung und Interpretation.

Sonya Yoncheva besitzt eine sehr kräftige Stimme, die sie auch für die schwereren Verdi-Rollen qualifiziert. Von solcher Tonentfaltung zu Nonvibrato und feinem Phrasieren des Frühbarock zurückkehren zu können, ist gesanglich beeindruckend. Aber es ist noch mehr: Es berührt im Verlauf des Albums immer tiefer.

Ihr gelingen vor allem dort emotionale Szenen, wo sie von ihrer großartigen Stimme lässt und sich ganz dem Affekt hingibt, was besonders schön gelingt in „Ojos, pues me desdenais“ von José Marín, in „Oblivion Soave“ (Monteverdi) und bei Barbara Strozzis „L’eraclito amoroso“. Wer Freude an Simone Kermes und Christina Pluhar hat, den wird „Rebirth“ positiv überraschen.

Johannes Schmitz

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Sonya Yoncheva | Rebirth

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Rebirth. Arien und Instrumentalsätze von Monteverdi, Cavalli, Stradella, Strozzi u. a.; Sonya Yoncheva, Cappella Mediterranea, Leonardo Garcia Alarcon (2020); Sony Classical

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