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Siril Malmedal Hauge | Slowly

Seit Nils Landgren und Esbjörn Svensson die hiesigen Jazzcharts gestürmt haben, spitzen die Deutschen die Ohren, wenn es neue skandinavische Jazzplatten gibt. Das gilt insbesondere auch für Sängerinnen aus dem kühlen Norden, wie Sidsel Storm, Ida Sand und später Torun Eriksen.

Nun also Siril Malmedal Hauge. Die Frau von der Insel Lula hat hart an ihrer Karriere gearbeitet, unter anderem mit einer Förderung durch das sogenannte „Traumstipendium“. Neben zwei Einspielungen mit Gitarrist Jacob Young folgte eine erste Solo-CD. Nun träumt sich Siril weiter mit „Slowly, Slowly“. Und im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen wagt sich die blonde Frau mit der Gitarre in ein Terrain vor, das man nicht mehr so richtig mit „Jazz“ betiteln kann. Denn der Reiz des Albums liegt in den poppig anmutenden Tracks, die jedoch immer wieder von langen Impro-Phasen durchbrochen werden. So entsteht ein instrumental vollkommen frei gestalteter Sound. Das stark besetzte Ensemble bietet stets neue Impulse, wie im ersten Stück, „Scent Of Lilacs“, in dem Pianist Kjetil Mulelid und Saxofonist Martin Myhre Olsen mit experimentellen Klängen aufwarten.

Allerdings ist hier eine Einschränkung zu machen: Man muss Sirils Stimme wirklich lieben. Denn so individuell sie auch sein mag, mit ihren silbrigen Höhen und der mädchenhaften Attitüde – wirklich wandelbar ist das nicht. In den tieferen Registern ist sie dagegen wenig präsent. Schade, denn insgesamt hat die Platte das Zeug zu mehr. „Wooden Hotel“ überrascht mit einer Art klassischem Bebop, viel Freiheit ist spürbar in „Purpose“ mit seinem weitgeschwungenen Saxofon-Intro. So ist der Sängerin eine Weiterentwicklung wirklich zu wünschen – dann kann hier noch viel entstehen.

Mirjam Schadendorf

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Siril Malmedal Hauge: Slowly

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Musik:
3,50
Klang:
4,00

Siril Malmedal Hauge: Slowly, Slowly; S. M. Hauge (voc, fl), M. M. Olsen (sax), T. Standal (g), K. Mulelid (p), M. Morland (b), H. Lødøen (dr); Jazzland/Edel

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