Seong-Jin Cho | The Wanderer

Dies ist die vierte Studioproduktion der Deutschen Grammophon mit dem jungen Südkoreaner Seong-Jin Cho, seitdem sie ihn nach seinem Ersten Preis beim Warschauer Chopin-Wettbewerb 2015 exklusiv unter Vertrag genommen hat.

Das Recital vereint wichtige Werke dreier Komponisten aus Früh-, Nach- und Hochromantik: Cho, 1994 in Seoul geboren, wählte sie, weil Schubert, Liszt und auch Berg in ihnen „aus ganz wenigen Elementen große Kunst“ gemacht haben: „Die Art, wie sie aus einem Motiv die gesamte Werkstruktur entwickeln, ist faszinierend. Was für eine Kreativität, was für eine Fantasie!“

Chos Spiel überzeugt erneut durch die auch bei gestandenen hochrangigen Virtuosen nicht selbstverständliche Kombination aus hervorragend entwickelter und unforciert eingesetzter Virtuosität mit der Fähigkeit, einem Hörer sowohl den emotionalen Gehalt als auch die Entwicklung, das Wachsen einer Komposition sinnfällig vor Ohren zu führen. Er weiß musikalische Bögen zu schlagen und auch weiträumige Formverläufe wie zum Beispiel in Liszts h-Moll-Sonate „wie aus einem Guss“ darzustellen.
Gewiss, pedantische Notenfuchser könnten beanstanden, dass bei ihm manchmal, zum Beispiel im ersten Allegro-Sturm von Liszts klavieristischem Hauptwerk, die Sechzehntel im jugendlich  brausenden Voran fast untergehen. Aber man darf annehmen, dass er im Laufe seiner Karriere schon bald mehr Beherrschtheit zeigen wird. Zu hoffen ist, dass darunter dann nicht der bezwingende „Drive“ seines Musizierens leidet und es in Richtung „akademischer“ Korrektheit abdriftet. Zurzeit sieht es allerdings nicht so aus, als müsse man sich um Seong-Jin Cho die geringsten Sorgen machen.

Ingo Harden

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Seong-Jin Cho | The Wanderer

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The Wanderer. Schubert: Wanderer-Fantasie; Berg: Sonate op. 1; Liszt: Sonate h-Moll; Seong-Jin Cho (2019); Deutsche Grammophon