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Rudolf Buchbinder | Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1 op. 15

Man kann der Deutschen Grammophon bescheinigen, dass sie Rudolf Buchbinder für seine neue Aufnahme des ersten Beethoven-Konzerts denkbar gute Rahmenbedingungen geboten hat: Die Berliner Philharmoniker unter Christian Thielemann waren bei diesem Live-Mitschnitt buchstäblich vom ersten Takt an voll bei der Sache – gleich die eröffnenden leisen Akkorde hat man wohl noch nie so subtil artikuliert gehört. Und die Aufnahmetechnik hat konsequent auf Klasse statt Masse gesetzt: Statt ein Maximum an Präsenz und Pegel, bietet sie dem Klang Raum ganz ohne sich aufdrängende Vordergründigkeit.


Buchbinders Interpretation selbst verzichtet ebenfalls auf alles Spektakuläre. Wie schon in seinen voraufgegangenen Wiener Aufnahmen spielt er einen „klassisch“ notentreuen Beethoven, ohne sich durch Extravaganzen in Tempo und Phrasierung interessant machen zu wollen. Er überzeugt allein durch die Überlegenheit seines Spiels, das jetzt Perfektion, Tonschönheit und musikalische Intensität harmonisch verbindet. Kenner werden als zusätzliches Plus werten, dass er im ersten Satz die am wenigsten bekannte der drei überlieferten Kadenzen Beethovens spielt.
Ähnlich wählte er zur Ergänzung des Konzerts die relativ unbekannten Variationen op. 34, das ungeliebte Schwesterwerk der Eroica-Variationen, das schon allein deshalb Interesse verdient, weil – ein einmaliger Fall nicht nur bei Beet-
hoven! – jede der sechs Veränderungen in einer anderen Tonart steht.
Ein Schönheitsfehler des (mit knapp 50 Minuten) ausgesprochen schmalen Programms ist nur der sehr unterschiedliche Aufsprechpegel der beiden Titel. Und ein zweites PS für DGs Booklet-Redaktion: Das englische „B major“ ist bei uns nicht B-, sondern H-Dur. Remember?

Ingo Harden

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Rudolf Buchbinder | Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1 op. 15

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Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1 op. 15, Sechs Variationen op. 34; R. Buchbinder; Berliner Philharmoniker, C. Thielemann (2016/19); Deutsche Grammophon

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