Miho Hazama | Dancer In Nowhere

Mit „The Monk: Live At Bimhuis“ (siehe FF 12/18) setzte die japanische Arrangeurin Miho Hazama eine beeindruckende Duftmarke. Nun zeigt die in New York lebende Tonkünstlerin mit ihrem 13-köpfigen Ensemble m–unit auf „Dancer In Nowhere“ in faszinierend dynamischen Soundscapes noch hinreißender, wie virtuos sie mit Klangfarben, Rhythmen und Stimmungen zu jonglieren versteht.


Bereits die Bläser-Besetzung ist mit drei Saxofonisten, Trompete sowie Wald­­horn unkonventionell. Zur obligaten Rhythmusgruppe mit dem neuen WDR-Big-Band-Pianisten Billy Test gesellen sich außerdem ein Streichquartett sowie der Vibrafonist James Shipp, der das oft brodelnde Geschehen mit markanten Akzentuierungen würzt. Und dies gleich bei dem zunächst von Piano und Drums luftig synkopierten Opener „Today, Not Today“, der sich zu einer kraftstrotzenden Gesamtschau aller Instrumentalisten aufschwingt und dabei den Trompeter Jonathan Powell herausstellt, der mit feinster Spitzenklöppelei solistisch glänzen darf. Das folgende „The Cyclic Number“ eröffnet Bassist Sam Anning kraftvoll pulsend in bester Mingus-Manier, dann sprengen die abrupt einsetzenden Bläser fast die Boxen, zwischendurch gibt es ein neutönerisches Bratschen-Intermezzo, bis die rhythmische wie harmonische Komplexität wieder die Oberhand gewinnt.
Während „Somnambulant“, stimmhaft überglänzt von der Sängerin Kavita Shah, zwischen kammermusikalischer Zartheit und knackiger Orchesterpracht schillert, bis plötzlich Star-Gast Lionel Loueke mit Blues-rockiger Gitarre verblüffend andere Sounds einbringt. Auch danach setzt sich Miho Hazamas Wechselbad großer Emotionen ungebremst fort und endet schließlich mit dem quirlig-vielschichtigen Titelstück „Dancer In Nowhere“ höchst überzeugend.

Sven Thielmann

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Miho Hazama

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Musik:
4,50
Klang:
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Miho Hazama: Dancer In Nowhere; Miho Hazama (cond), James Shipp (vib, perc), Billy Test (p.) u. v. a. Sunnyside / GoodToGo