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Michael Wolff | Live at Vitellos

Die provokative Frage lautet: Wann wurde in der letzten Zeit ein annähernd inspiriertes Mainstream-Album wie das von Michael Wolff veröffentlicht? Es klingt taufrisch und authentisch, obwohl der Auftritt des Pianisten in Quartettbesetzung bereits 2011 im angesagten italienischen Restaurant „Vitellos“ von Los Angeles über die Bühne ging.

Wenn sich prominente Studiomusiker zu einer Jazzsession treffen, kann das leicht zu einem eher langweiligen Austausch gängiger Klischees führen. Michael Wolff, der als Pianist und musikalischer Leiter beliebter amerikanischer Late-Night-Shows sowie als Schauspieler Karriere machte, tappte nicht in diese Falle. Schon seine als Intro der Session gewählte „Ballad Noir“ klingt verheißungsvoll. Sie wird von dem Trompeter und Flügelhornspieler Mark Isham intoniert, der ein sicheres Gefühl für die Stimmung des Themas hat. Eigentlich nicht weiter überraschend: Mit der Kreation von Soundtracks für zahlreiche Filme zählt Isham zu den bekanntesten Komponisten in diesem Metier. Mit seinem ausdrucksvollen Beitrag demonstriert er, dass sein Jazzfeeling in Hollywoods Traumwelt nicht verloren gegangen ist.

„Nefertiti“ und „Fall“ gehen auf den Saxofonisten/Komponisten Wayne Shorter zurück. Wie Michael Wolff diese Themen auf dem Piano variiert und mit weiteren Figuren bereichert, verdeutlicht, wie stark er die anspruchsvollen Stücke verinnerlicht hat. Die Transparenz der aufnahmetechnisch perfekten Session gerät durch die Aktionen der Rhythmiker noch wirkungsvoller. Mit „Loft Funk“ von Mike Clark, dem ehemaligen Drummer von Herbie Hancocks „Headhunters“, endet die Session mit unwiderstehlichem Groove.

Gerd Filtgen

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Michael Wolff | Live at Vitellos

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Musik:
5,00
Klang:
4,50

Michael Wolff: Live @ Vitellos; Michael Wolff (p), Mark Isham (tp, flh), John B. Williams (b), Mike Clark (dr); Sunnyside/Broken Silence

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