Mary Halvorson’s Code Girl | Artlessly Falling

Durch Jimi Hendrix kam die klassische Geigerin einst zur E-Gitarre und zum Jazz, an der Wesleyan-Universität studierte sie bei Anthony Braxton. Für Mary Halvorson war es eine Herausforderung, acht selbstverfasste Gedichte zu vertonen.

Mit der Sängerin Amirtha Kidambi arbeitet sie schon lange, neu dabei ist der Trompeter Adam O’Farrill, und es braucht versierte Leute, um adäquat auf Halvorsons komplexe Vorgaben zu reagieren. Halvorson war schon in zirka 38 Ensembles aktiv und hat seit 2005 fast ebenso viele Alben veröffentlicht; bei Kritikern und Fans ist sie seit Jahren omnipräsent.

Hinter ihren großen Brillen, an der Guild-Vollresonanzgitarre, mit ihrer Melange aus Jazz, Folk, Rock und Free (O-Ton Halvorson: „Ich weiß selbst nicht, wie ich es nennen soll“), ist sie in vielerlei Hinsicht „the one and only“. Ihr Trio Thumbscrew mit Michael Formanek und Tomas Fujiwara bildet den Kern des Sextetts Code Girl. Im Titelstück schlingert die Gitarre wie ein leck geschlagenes Boot. „A Nearing“ hat thematisch etwas von einem Kunstlied aus einer unbekannten Epoche. Manches ähnelt den Songs, die Carla Bley und Mike Mantler 1976 für ihr Album „The Hapless Child“ erfanden. Kein Wunder: Auf drei Songs singt wahrhaftig Robert Wyatt, der auf „Hapless“ seinerzeit dabei war. Wyatts Stimme, die anscheinend nie den Stimmbruch durchmachte, verleiht den rätselhaften Versen Halvorsons einen unvergleichlichen Charme.  

Karl Lippegaus

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Mary Halvorson’s Code Girl | Artlessly Falling

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Musik:
4,50
Klang:
4,00

Mary Halvorson’s Code Girl: Artlessly Falling; Amirtha Kidambi (voc), María Grand (ts), Adam O’Farrill (tp), Mary Halvorson (g), Michael Formanek (b), Tomas Fujiwara (dr); Gast: Robert Wyatt (voc); Firehouse 12

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