Martin Helmchen | Beethoven: Klavierkonzerte Nr. 2 und 5

Martin Helmchen hat es als einer der ganz wenigen deutschen Pianisten seiner Generation geschafft, sich in die internationale Spitzenklasse zu spielen. Und man kann seine Kunst schon heute in einer Linie von Artur Schnabel über Wilhelm Kempf bis zu Alfred Brendel sehen. Letzteren führt Helmchen in seiner Biografie als Mentor auf. Und wenn man Helmchens Neuaufnahme von Beethovens Klavierkonzerten Nr. 2 und 5 mit derjenigen vergleicht, die Brendel mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle eingespielt hat, dann mag man stilistisch auch keine großen Unterschiede feststellen.


Grundsätzlich wählt Helmchen leicht zügigere Tempi, spielt mit etwas mehr „jugendlichem“ Elan. Dafür betont Brendel gelegentlich stärker die artikulatorischen Details und spielt etwa die finalen Rondo-Sätze etwas musikantischer. Im langsamen Satz des fünften Konzerts scheint es noch die größten Unterschiede zu geben, da Brendel das Adagio un poco moto deutlich getragener interpretiert. Auch wirkt Helmchens Flügelklang (vor allem im zweiten Konzert) heller und offener als der gelegentlich gedecktere von Brendel. Aber eine grundsätzlich andere Lesart findet man hier zum Glück nicht. Der Meisterschüler scheint dem Mentor wesensverwandt zu sein.
Brendels vierte Gesamtaufnahme der Beethoven-Konzerte gefällt mir deshalb so gut, weil für mich Brendels Zusammenspiel mit dem Orchester hier vortrefflich gelungen ist. Umso erstaunlicher ist, dass das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Andrew Manze in der Neuaufnahme durchweg mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle mithalten kann. Das DSO kommuniziert unter Manze so intensiv mit Helmchen, dass man sich schon jetzt auf die Fortsetzung dieses Dialogs freuen kann!

Gregor Willmes

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Beethoven: Klavierkonzerte Nr. 2 und 5; Martin Helmchen, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Andrew Manze (2018/19); Alpha

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