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Luisa Imorde | Bach & Kapustin: Moon Rainbow

Werke oder Werkreihen zweier Komponisten Stück für Stück im schnellen Wechsel aufeinanderfolgen zu lassen, ist eine Programmidee, die neuerdings gern praktiziert wird: Bach und Schosta­kowitsch wurden so schon miteinander verzahnt, auch Schubert und Kurtág, Schumann und Janáček, sogar Scarlatti und Berio. Und wenn solche zweifarbigen (Ton‑)Perlenketten auch meist nur dazu beitragen, das „Moderne“ im Alten besser zu erkennen und traditionelle Verwurzelungen im Neuen – reizvolle, anregende Hörerlebnisse bieten sie allemal.


Luisa Imorde, deutsche Jacques-Rouvier-Schülerin des Jahrgangs 1989, hatte solche „magischen Momente“ schon auf ihrer Debüt-CD mit Klavierstücken von Schumann und Widmann zu beschwören versucht. Jetzt wiederholt sie das Experiment mit Werken von Bach und Nikolai Kapustin, dem 82-jährigen Pianisten aus der Ost-Ukraine, der mit anregend und mitreißend schmissig „komponiertem Jazz“ in der Klassikszene zum Begriff geworden ist – das Stück, das der CD ihren Namen gab, erscheint hier sogar als „Weltersteinspielung“.
Die Aufnahme zeigt geradezu vorbildliches Klavierspiel. Gewiss, Imordes Interpretation zeichnet sich weder durch einen hochexpressiven Zugriff noch durch eine virtuos-elegante Gangart à la Steven Osborne aus. Sie wirkt eher wohltemperiert, verschluckt aber nicht das geringste Zweiunddreißigstel in den Bach-Verzierungen und setzt auch Kapustins grifftechnisch und rhythmisch zum Teil haarige Akkordpassagen sauber und unangestrengt um. – Sauberer Klang, die etwas trübsinnige Farbgebung des Covers sollte niemanden abschrecken.

Ingo Harden

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Luisa Imorde | Bach & Kapustin: Moon Rainbow

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Moon Rainbow. Bach: Konzerte BWV 972 und 974, Pastorale BWV 590 (arr. Lipatti), Toccata BWV 914 u. a.; Kapustin: aus Jazz Preludes op. 53 und Concert Studies op. 40, „Moon Rainbow“ u. a.; Luisa Imorde (2018/19); Berlin Classics

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