Lucian Ban & Alex Simu | Free Fall

Ob des Titels und der Besetzung dieses sensationell in druckvoller Transparenz aufgenommenen Live-Albums sollten jedem Jazzkenner sofort die Ohren klingeln. Denn was Pianist Lucian Ban und Klarinettist Alex Simu hier in hinreißend entspannter Vertrautheit präsentieren, ist nichts Geringeres als eine tiefe Verbeugung vor einem der bedeutendsten und gleichzeitig lange unterschätztesten Trios der modernen Improvisationskunst – Jimmy Giuffre, Paul Bley und Steve Swallow. Doch obwohl „Free Fall“ klar auf deren gleichnamiges Meisterwerk von 1963 verweist, stammen die in duftiger Intensität servierten Neudeutungen erstaunlicherweise alle vom Erstling „Fusion“, der zusammen mit dem zweiten Album „Thesis“ 1992 als „Jimmy Giuffre 3, 1961“ wiederveröffentlicht wurde.


Weshalb man etwa Carla Bleys famosem „Jesus Maria“ in wundersamer Zartheit begegnet. Doch zunächst huldigen die beiden Filigranartisten dem Großmeister delikater Improvisationskunst mit Bans „Quiet Storm“, wobei flirrende Pianistik zu lyrischem Klarinetten-Jubel die traumhafte Entrücktheit kommender Klangpreziosen vorwegnimmt. Man lauscht atemlos, wie sensibel Lucian Ban die mit rauchiger Leichtigkeit geblasenen Melodien von Alex Simu in perlender Geläufigkeit am Flügel unterlegt, was nicht nur das improvisierte „Mysteries“ herzergreifend schweben lässt. Wobei in feinziselierten dynamischen Abstufungen ihr hochkonzentriertes Parlando regelrecht atmet und dabei zwischen intimer Zwiesprache und solistischen Freiheiten oszilliert.
Unzweifelhaft die eindrucksvollste „Hommage à Jimmy Giuffre“ seit ebendiesem, 1994 gleichfalls live eingespielten Album des „German Clarinet Duo“ Theo Jörgensmann und Eckard Koltermann.

Sven Thielmann

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Lucian Ban & Alex Simu | Free Fall

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Lucian Ban & Alex Simu: Free Fall; Lucian Ban (p), Alex Simu (cl, bcl); Sunnyside / GoodToGo