Luca Aquino | Italian Songbook

Eine Fazialisparese ist nie schön – aber am allerwenigsten für einen Bläser, der seine Gesichtsmuskulatur zur Tonbildung benötigt. Den Trompeter Luca Aquino traf es 2017 just vor dem Start seiner „Jazz-Bike-Tour“, die ihn radelnd von seiner kampanischen Heimatstadt Benevento quer durch Europa bis nach Oslo führen sollte. Nun, mit hartem Physio-Training und ausdauerndem Üben hat der inzwischen 45-Jährige seither sowohl Ansatz wie Spielvermögen zurückerobert, was er nun mit seinem „Italian Songbook“ strahlkräftig wie eh und je feiert.


Wobei der früher „apostolo del Miles“ genannte Aquino vor allem am Flügelhorn spürbar nach seinem Mentor Paolo Fresu klingt. Mit ebenso geradliniger, zart vibrierender Melodieführung, die weite Bögen spannt und dabei schnörkellose Geschichten erzählt. Wie „La canzone dell’armore perduto“ des Cantautore Fabrizio De André, das mit bitter-süßen Klängen des Orchestra Filarmonica di Benevento elegisch untermalt ist.
Während er für „Caruso“ seines Freundes Lucio Dalla allein auf die stupenden Tastenkünste von Danilo Rea und Natalino Marchettis flirrendes Akkordeon vertraut, um duftige Stimmungen zu zaubern. Umrahmt werden die zumeist kaum bekannten Canzoni von Nino Rotas „La Strada“ und „Deborah’s Theme“ von Ennio Morricone, wozu sich mit „So che ti perderò“ eine rare Perle von Chet Baker gesellt, die der 1962 unter Federführung des legendären Filmkomponisten während der RCA-Sessions für „Chet Is Back!“ aufgenommen hatte. Und hier von Luca Aquino in ganz eigenem Duktus beseelt wird, der sein zwischen Intimität und Opulenz schillerndes „Italian Songbook“ durchgängig zum Vergnügen macht.

Sven Thielmann

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Luca Aquino: Italian Songbook; Luca Aquino (tp, flh, tb), Danilo Rea (p), Natalino Marchetti (acc), Orchestra Filarmonica di Benevento u. a.; ACT / Edel