Louis Sclavis | Frontières

Bei den meisten Aufnahmen von Louis Sclavis stellen sich akustische Bilder ein, die man so leicht nicht mehr vergisst. Dabei kann der französische Klarinettist und Saxofonist auf ein vielfältiges Repertoire zurückgreifen.


Für das Album „Frontières“ verwendete Sclavis Stücke, die er bereits bei TV-Dokumentationen und Soundtracks einsetzte. Durch die neuen solistischen und rhythmischen Bearbeitungen erhalten diese noch mehr Ausstrahlung: In einem stilistisch souverän ausgelegten Ambiente zwischen Modern Jazz, Neuer Klassik und Folklore tauchen die unterschiedlichsten Stimmungen auf. So dominiert in dem elegischen „Neige“ der an Traumsequenzen erinnernde Austausch des Leaders mit dem Pianisten Benjamin Moussey. Einen Kontrast dazu bildet das voller Vitalität steckende „Tulgudur“, das ein sonniges Karibikgefühl vermittelt.
Der positive Eindruck wird durch die Reihenfolge der 18 Sclavis-Originals noch verstärkt. „Ceux Qui“ ist von nordafrikanischen Klängen eingefärbt. Diese Einfärbung, die sich durch das ganze Stück zieht und dem Thema einen hypnotischen Sog verleiht, klingt auch im von Sclavis solo auf der Klarinette gespielten „Niki ET L’oiseau“ nach, das sich anschließt. In dem festlichen „L’Origine“ und der schwungvollen Musette „Fortuna“ wirkt der Akkordeonist Vincent Peirani mit, der Sclavis’ melodische Motivfolgen ergänzt oder rhythmisch akzentuiert. In „Eden“ begeistert der Bassist Bruno Chevillon mit einem Solo, das für diesen musikalischen Kosmos prädestiniert ist. Die Musik bleibt immer vielschichtig und überrascht mit ihren unvorhersehbaren Wendungen. Ein Meisterwerk!     

Gerd Filtgen

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Louis Sclavis | Frontières

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Louis Sclavis: Frontières; Louis Sclavis (cl, b-cl, ss), Vincent Courtois (ce), Benjamin Moussey (p, key), Dominique Pifarély (v), Gilles Coronado (el-g) u. a. JMS / Galileo