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Julian Lage | Squint

Eigentlich hätte es nach einem Village-Vanguard-Engagement ins Studio gehen sollen, doch dann kam die Pandemie dazwischen. Julian Lage überdachte sein Albumkonzept und versuchte, was ihn an politischen Brennpunkten umgab, dazu die erzwungene Isolation, in seiner Musik zu spiegeln. Trotzdem ist ihm mit dem Trioalbum „Squint“ eine Einspielung geglückt, die weithin hoffnungsvoll hell klingt.

Tatsächlich wollte er sich mit dem Debütalbum für Blue Note mit dem Erbe des Labels verbinden: Zum Beispiel mit Grant Greens „Idle Moments“, Joe Hendersons „Inner Urge“ oder McCoy Tyners „Time For Tyner“ mit Bobby Hutcherson. Scheiben, die ihm immer wichtig waren. Aber auch mit der Musik von Charles Lloyd, dem Lage mit dem eigens komponierten „Familiar Flower“ ein klingendes Denkmal setzt. Ihnen allen sei, so Lage, eine gewisse Sanglichkeit eigen, die er in seine eigenen Songs hinüberretten wolle. Das gelingt ihm durch eine Nähe zum Singer/Songwriter-Milieu (Margaret Glaspy ist seine Lebenspartnerin) und zum Bluegrass-Sound.

Überhaupt ist erstaunlich, wie groß momentan der Einfluss von Bill Frisell auf die Gitarristengilde ist. Dass Lage hier ein so lockerleicht gewebtes Album hinlegt, liegt jedoch nicht allein am Rückbezug auf Frisell, sondern ist auch den beiden Sidemen des Trios, dem Bassisten Jorge Roeder und dem Bad-Plus-Drummer Dave King,  geschuldet. Sie drängeln sich nie vor, bleiben stets in enger Kommunikation mit dem Leader, fahren keine Egotrips. Das wird nicht zuletzt in der Ballade „Emily“ deutlich. Überhaupt betont Lage, dass er eben kein virtuoses Jazzgitarrenalbum im Kopf gehabt habe, sondern eher mit den Essentials der Musik dealen wolle. Und das gelingt.

Tilman Urbach

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Julian Lage: Squint

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Julian Lage: Squint; Julian Lage (g), Jorge Roeder (b), Dave King (dr); Blue Note/Universal

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