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Joyce DiDonato | Händel : Agrippina

Händels Komödie „Agrippina“ ist ein Feuerwerk effektreicher Nummern, die zum erheblichen Teil Werken aus den Jahren zuvor entnommen sind. Die Handlung ist von doppelbödiger Ironie. So intrigant und gewissenlos Agrippina und Nerone auch sind – am Ende bekommen sie, was sie wollen. Die Oper endet mit fünf Tanzsätzen, die laut David Vickers, der die Partitur für diese Einspielung eingerichtet hat, von Händel genau dafür komponiert worden sein könnten.


Joyce DiDonato als Agrippina beherrscht vom aufgeblasen selbstverliebten Bekenntnis zur Machtgeilheit bis zum weibliche Schwäche heuchelnden Seufzer alle Facetten der Rezitativgestaltung. Und im Aussingen ist sie ohnehin eine Klasse für sich, die Koloraturen perlen mit atemberaubender Akkura­tesse, die Melodien fließen bruchlos und stets höchst ausgefeilt gestaltet. Sie ist das glaubwürdige Zentrum der Intrige und der Aufnahme.
Für Poppea eignen sich das weiche Timbre und der süße Schmelz von Elsa Benoit ganz hervorragend. Luca Pisaroni ist ein Claudius mit feinfühliger Männlichkeit. Franco Fagioli ist ein mitunter vor Besessenheit auf den Thorn heftig vibrierender Nerone. Für den braven Ottone bringt Jakub Józef Orlinski edlen Sound und ruhige Linienführung ein. Die natürliche und unangestrengte Sinnlichkeit seines Singens bestätigen ihn als große Hoffnung seines Metiers. Mit seinem im positiven Sinn einfachen Gesangsstil ist Carlo Vistoli ein hörenswerter Narziss. Der Bass Andrea Mastroni hat für die in markante Männlichkeit verkleidete Einfältigkeit des Pallas die passenden Töne. Das Ensemble Il pomo d’oro unter Maxim Emelyanychev gibt der Komödie klar konturierte und höchst animierte Spielgründe und jede Menge Emotion.          

Johannes Schmitz

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Joyce DiDonato | Händel : Agrippina

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Händel: Agrippina; Joyce DiDonato, Elsa Benoit, Luca Pisaroni, Franco Fagioli, Jakub Józef Orlinski, Il pomo d’oro, Maxim Emelyanychev (2019); Erato (3 CDs)

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