John Turville | Head First

Bella Italia ist nicht nur für delikate Speisen, erlesene Weine und süßes Nichtstun ein lohnendes Ziel. Davon schwärmt John Turville zwar auch, aber mehr noch von der relaxten Aufnahmesituation im Artesino Studio, Udine. Ein Feeling, das jeder Track der neuen Platte des britischen Pianisten und Komponisten vermittelt.

 


Obwohl John Turville in England zu den wichtigsten Musikern seiner Generation zählt, ist er bei uns noch ziemlich unbekannt. Das könnte sich mit seinem neuen Album „Head First“ ändern. Mit ausgezeichneten Kompositionen sowie deren kongenialer Umsetzung macht er auf seine vielschichtige Spielweise aufmerksam. In seinen  Improvisationen dominieren reizvolle Töne, die sich in fließenden Übergängen wie in den beiden  Piano-Trio-Stücken – dem lebhaften „Almagro Nights“ und der Ballade „Francisca“ – zu ästhetischen Motivfolgen verbinden. In ihnen schwingt die Bewunderung für seinen Mentor John Taylor mit, dem diese Platte gewidmet ist.
Mit Duo-Besetzungen stellt er die Bläser seiner Band vor. In „Interval Music“ begleitet Turville sensibel die weitgeschwungenen Melodiebögen von Julian Argüelles. Der stilistisch in allen Bereichen der improvisierten Musik kompetente Sopran- und Tenorsaxofonist ist sicher der bekannteste Mitwirkende. Als vielversprechender Newcomer erweist sich der Trompeter Robbie Robson im Duo mit dem Leader in der Ballade „Cancion 4“, und für einen aparten Groove sorgt das brillante Rhythmus-Team mit dem Bassisten Dave Whitford und dem Drummer James Maddren. In „Fall Out“ leuchten Erinnerungen an lässige Bop-Themen auf, und in „A Month In Tunesisa“ stürzt sich die Band in farbige Improvisationen.

Gerd Filtgen

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John Turville | Head First

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Musik:
4,50
Klang:
4,00

John Turville: Head First; John Turville (p), Julian Argüelles (ss, ts), Robbie Robson (tp), Dave Whitford (b), James Maddren (dr); Whirlwind / Indigo