Jodie Devos | Offenbach Colorature

Virtuosität und Stimmakrobatik lassen immer staunen, doch wenn sie nur reiner Selbstzweck sind, werden sie auch schnell fad. Weil hinter den Koloraturen in den Operetten Offenbachs weit tiefere Dimensionen stecken als pure Technik, üben sie bis heute eine anhaltende Faszination aus.


Da ist etwa die erfindungsreiche, variable Instrumentierung. Oder: Hinter dem Witz liegt subtiler Charme, und jede „Roulade“ hat Offenbach als Meister der Zwischentöne mit einem Schuss Melancholie und Selbstzweifel versehen.
Auf dieser CD mischt sich erfrischend Bekanntes („Les Contes d’Hoffmann“, „Orphée aux Enfers“) mit viel Unbekanntem („Boule de Neige“, „Vert-Vert“, „Le Roi Carotte“). Wenn diese genialen Kompositionen von einer Sängerin mit einer schlicht überwältigend-betörenden Stimme ausgeführt werden, bleibt nicht ein einziger Wunsch offen. Die belgische Sopranistin Jodie Devos interpretiert Offenbachs halsbrecherische Vokalisen mit einer technischen Souveränität, Flexibilität und scheinbaren Leichtigkeit, die einen den Atem anhalten lassen. Dazu kommen ihr warmes Timbre mit viel Körper und die Ausgeglichenheit der Register, die auch in den höchsten Höhen niemals scharf oder forciert klingen. Jodie Devos’ Stimme scheint für Offenbachs heikle Koloraturen wie geschaffen. Die ins­trumentalen und die lyrischen Facetten serviert die Sängerin mit unglaublichem Geschmack und einer Finesse, die niemals aufgesetzt wirkt.
Mit dem Münchner Rundfunkorchester und Laurent Campellone hat Jodie Devos einfühlsame Partner, die mit Präzision und eleganten Übergängen, feinem Gespür für Offenbachs subtilen Humor sowie mit einer exzellent austarierten Klanglichkeit das Hörvergnügen perfekt machen.

Elisabeth Richter

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Jodie Devos | Offenbach Colorature

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Offenbach Colorature; Jodie Devos, Adèle Charvet, Münchner Rundfunkorchester, Laurent Campellone (2018); Alpha