Jean-Marie Machado | Majakka

Jean-Marie Machado ist ein 60-jähriger Franzose mit dem Geburtsort Tanger, der einen spanisch-brasilianischen Impressionismus liebt. Fado-Klänge aus einem Klavier wehen wie aus einem Wintergarten am Meer mit seltenen exotischen Pflanzen hinter beschlagenem Buntglas. „Um vento leve“ entstammt einem Jazz-Lyrik-Projekt über den portugiesischen Dichter Fernando Pessoa. In „La mer des pluies“ wandelt der Pianist solo auf Ravels Pfaden.

Ansonsten hat der iranische Zarb-Trommler Keyvan Chemirani – bekannt geworden durch Louis Sclavis –, der mit Machados Kosmos aus Tango, Fado und Kammerjazz bestens vertraut ist, die zweite Hauptrolle. Seine Perkussion ist so platziert, dass sie eine ebenso melodische Tragweite hat wie etwa das Baritonsaxofon von Jean-Charles Richard, der am Pariser Konservatorium Jazz unterrichtet. Auf „Fiesta nocturna“ war der von Dave Liebman geförderte Bläser 2011 erstmals mit Machado zu hören. Eine eher unauffällige Rolle hat der Cellist Vincent Segal.

Machado besinnt sich auf seine Errungenschaften als Komponist: Vor 35 Jahren schrieb er bereits eine große Suite für den brasilianischen Perkussionisten Naná Vasconcelos und die Streicher von Radio France. Seinem neuen Album „Majakka“ (finnisch für Leuchtturm) entströmt eine durchgängige Melancholie. Eine ideale Musik für Tanz, Theater oder einfach fürs Hörkino. Eines der aufregendsten Stücke ist der sieben Minuten lange „Gallop Impulse“, dicht gefolgt vom mitreißenden „Outra terra“, das ein wenig an den brasilianischen Gitarristen und Pianisten Egberto Gismonti erinnert.

Karl Lippegaus

Zur Übersicht
Jean-Marie Machado: Majakka

Bei unseren Partnern erhältlich als CD oder Download:

Bestellen bei JPC
Download bei qobuz
Musik:
4,00
Klang:
4,50

Jean-Marie Machado: Majakka; Jean-Marie Machado (p), Keyvan Chemirani (zarb, perc), Jean-Charles Richard (sax, fl), Vincent Segal (cello); La Buissonne/ECM

FonoForum-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote finden Sie im FonoForum-Newsletter.

Jetzt registrieren