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Jean-Marc Foltz | Wild Beasts

Die bewegende Rede von Joaquin Phoenix über die Ausplünderung unseres Planeten bei der Oscar-Verleihung 2020 hätte als Skript zu „Wild Beasts“ gut gepasst. Den Straßburger Holzbläser Jean-Marc Foltz bewegten de facto ähnliche Themen, vor allem die Forderung nach Gleichberechtigung aller Lebewesen, als er sein bislang bestes Album „Wild Beasts“ plante, das Ende 2018 in La Buissonne entstand. Dafür ließ sich der Elsässer inspirieren von der gleichnamigen Schwarzweiß-Fotoserie des Pariser Künstlers Nicolas Bruant aus drei Dekaden.


15 Porträts enthält das Booklet, von fast regungslos bis zu panischer Flucht reicht die Ausdrucksskala in Bild und Ton. Wie aus dem Dunkel der Zeiten tauchen Gesichter auf: die vermeintlich „wilden Bestien“ der ostafrikanischen Steppe, die uns ernst und wachsam anblicken oder erschreckt vor uns fliehen. Foltz’ Bestiarium bevölkern Krokodile, Löwen, Nashörner, Bären, Füchse und Affen. Statt Tierlaute nachzuahmen, was dumm wäre und leicht schiefgeht, erfindet Foltz eine komplexe Palette von Signalen, die sein Quartett, immer feinsinnig die Stille mitbedenkend, orches­triert.
Jedem Stück ist ein besonderer Charakter eingeschrieben. Jean-Marc Foltz, der viele Jahre im Ensemble Intercontemporain und der MusikFabrikNRW gearbeitet hat, verfolgt seit Jahren einen erstaunlichen Parcours, der keine Grenzen zwischen Neuer Musik und Jazz kennt, entsprechend kammer(jazz)-
musikalisch angelegt ist sein Klangideal. Optimal ergänzen sich hier Bassklarinette, akustische Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug. An diesem Bestiarium hätte sich Appollinaire ergötzen können.

Karl Lippegaus

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Jean-Marc Foltz | Wild Beasts

Bei unseren Partnern erhältlich als CD oder Download:

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Musik:
4,50
Klang:
5,00

Jean-Marc Foltz: Wild Beasts; Jean-Marc Foltz (cl, b-cl), Philippe Mouratoglou (ac-g), Sebastien Boisseau (b), Chris­tophe Marguet (dr); Vision fugitive

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