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Jacques Thibaud String Trio | Mozart: Sämtliche Streichtrios

Alle reden 2020 über Beethoven (oder über Corona) – aber hier wird ein Mozart geliefert, der den Bonner Querkopf sozusagen überspringt.


Das abgründig schöne Streichtrio-Divertimento von 1788, Mozarts längstes Kammermusikstück, zeigt, dass Wolfgang Amadés Entwicklung, hätte er länger leben dürfen, wohl eher in Richtung Schubert gegangen wäre – und eine so selbstverständlich präsente und exzellent aufeinander abgestimmte Formation wie das Thibaud-Trio vermag das auch genau zu zeigen: in der durchwärmten, melancholisch grundierten Gelassenheit des Klanges, die in den langsamen Sätzen bis ins tief Schmerzliche reicht; im Reichtum der harmonischen Entwicklungen wie der generell lyrischen Grundhaltung, die alles Theatralische hinter sich gelassen hat.
Hinzu kommen die mit viel Stilgefühl – des Komponisten und der Interpreten! – angelegten Bach-Bearbeitungen Mozarts, und weil die – auch klangtechnisch hervorragende, gleichermaßen körperhaft plastische wie durchsichtige – CD damit nach 82 (!) Minuten sozusagen bis zum Überlaufen gefüllt ist, gibt’s den Rest vom Label per Gratis-Download dazu: eine Gesamtschau mit Referenzcharakter.
Einwände? – Vielleicht wäre manchmal, zum Beispiel in den beiden Menuetten, dynamisch noch etwas mehr herauszuholen gewesen. Aber das grenzt schon an Nörgelei und darf nicht am Zugreifen hindern – denn was immer einer bisher von Mozart kennen mag: Ohne das Streichtrio weiß er noch nicht alles über ihn.

Gerald Felber

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Jacques Thibaud String Trio | Mozart: Sämtliche Streichtrios

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Musik:
5,00
Klang:
5,00

Alle reden 2020 über Beethoven (oder über Corona) – aber hier wird ein Mozart geliefert, der den Bonner Querkopf sozusagen überspringt.

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