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Inna Galatenko | Valentin Silvestrov: Symphonie Nr.7

An der Musik von Valentin Silvestrov scheiden sich die Geister. Für die einen ist es blanker Kitsch, für andere Ausdruck einer berückenden Innerlichkeit. Die Elemente, mit denen der Komponist arbeitet, sind meist sehr einfach und atmen den Schein des Bekannten. Zudem sind Wiederholungen ein zentrales Charakteristikum.


Doch so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, sind die Werke Silvestrows nicht. Jede Tonverbindung, die Durchsichtigkeit und sorgfältige Kontrolliertheit des Satzes sind dem 1937 in Kiew geborenen Silvestrov wichtig. Alles, was er komponiert, klingt elegisch, melancholisch, mahnt an die Vergänglichkeit. Sein großes Thema ist der Verlust.
Die „Ode an eine Nachtigall“ auf ein Gedicht des britischen Romantikers John Keats arbeitet mit kurzen Phrasen und den charakteristischen Rufen der Nachtigall, die ständig, in veränderter Reihenfolge, wiederholt werden. Silvestrov geht es nicht um eine Vertonung, sondern das Gedicht ist lediglich der Ausgangspunkt für eine elegische Stimmung, die dann in Schleifen immer anders beleuchtet wird. Das 2015 entstandene Klavier-Concertino spielt geradezu mit dem Schein des Bekannten. Jede Phrase in diesem viersätzigen Stück glaubt man schon gehört zu haben, es gibt Anklänge an Mozart, Schubert oder an Filmmusik, ohne dass direkt zitiert wird. Die siebte Sinfonie, 2003 komponiert, kennt neben den meditativen, elegischen Passagen jedoch kurze, jähe Ausbrüche, die wie Verzweiflungsschreie anmuten. Das staatliche Sinfonieorchester Litauens, seit langem mit der Musik Silvestrovs vertraut, ist der ideale Klangkörper für diese Musik, verfolgen doch viele baltische Komponisten, etwa der Este Arvo Pärt, ähnliche Ansätze wie Silvestrov.

Martin Demmler

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Inna Galatenko |  Valentin Silvestrov: Symphonie Nr.7

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Silvestrov: Sinfonie Nr. 7, Ode an eine Nachtigall, Klavier-Concertino; Inna Galatenko, Oleg Bezborodko, Litauisches Nationales Sinfonieorchester, Christopher Lyndon-Gee (2019); Naxos

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