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Inbal Segev | Anna Clyne: DANCE für Violoncello und Orchester

Es hat seine Vorteile, wenn eine Cellistin für ihr eigenes Instrument schreibt. Die britische Komponistin Anna Clyne präsentiert in ihrem Cello-Konzert „Dance“ von 2019 alle Schokoladenseiten des Instruments auf dem Silbertablett: sonorer Klang in den besten Lagen, rhythmischer Drive, Virtuosität und immer wieder lyrische Passagen.


In den fünf Sätzen, die den fünf Zeilen eines Rumi-Gedichts entsprechen, lässt Clyne das Cello mal singen, mal kämpfen, mal triumphieren, mal weinen. Dabei weiß sie, wie sie die Orchestertextur anlegen muss, um das Cello immer am vorteilhaftesten zur Geltung kommen zu lassen. Die Streicher des London Philharmonic Orchestra unter Marin Alsop rollen einen weichen Teppich aus, die Bläser setzen Kontrapunkte.
Clynes Musik wurzelt in der westlichen Tonalität, Anklänge an die Musik des Nahen Ostens verweisen auf die literarische Vorlage. Hörbar auch, dass Clyne eng mit der israelisch-amerikanischen Cellistin Inbal Segev, die den Auftrag zum Konzert gab, zusammengearbeitet hat. Segevs voller, selbst in den höchsten Lagen runder und freier Ton bringt die Reize von Clynes Komposi­tion in dieser Weltersteinspielung besonders zum Strahlen. Die Verbundenheit mit Clynes Musik, die Segev im Booklet betont, ist durchaus spürbar.
Die große Klangfülle, aber auch der Gang durch die unterschiedlichsten Emotionen verbinden Clynes Konzert mit dem von Edward Elgar, das genau hundert Jahre vor Clynes Komposition entstand. Segev erzeugt hier scheinbar mühelos größtmögliche Intensität und Intimität. Die überzeugende Dramaturgie der CD zeigt erneut, wie sich Neues und Altes nahtlos verbinden lässt.

Dorothee Riemer

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Inbal Segev | Anna Clyne: DANCE für Violoncello und Orchester

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Musik:
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Clyne: „Dance“ für Violoncello und Orchester; Elgar: Konzert für Violoncello und Orchester e-moll op. 85; Inbal Segev, London Philharmonic Orchestra, Marin Alsop (2019); Avie

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