Hans Lüdemann TransEuropeExpress | PolyJazz

In den 60er-Jahren war der TEE das bevorzugte Fortbewegungsmittel aller ­europäischen Geschäftsreisenden. Budapest lag damals noch hinter dem Eisernen Vorhang und ist heute dank des innovativen Budapest Music Center und seines gleichnamigen Labels hoffentlich im Fokus anspruchsvoller Musikfreunde. Denn dessen Output grenzüberschreitender Projekte ist beachtlich, für die der „Hans Lüdemann TransEuropaExpress“ ein Paradebeispiel ist.

Nobel, dass der 2015 bei der klangprächtigen Aufnahmesession in Budapest verhinderte Ronny Graupe, dessen anspruchsvolle Parts Kalle Kalima etwa auf „Schwarz in Weiss“ souverän übernahm, als Original-Bandmitglied eigens genannt ist – Chapeau! Paritätisch besetzt mit heimischen und gallischen Musikern, ergeben sich faszinierende Paarungen der diversen Instrumente, so bei Yves Roberts „Trois fois rien“, innerhalb eines fabelhaft geschmeidigen Oktetts, das von Sébastien Boisseau und Dejan Terzic gewitzt polyrhythmisch in der Spur gehalten wird. Es ist ein raffniertes Spiel mit Schichtungen, Stilistiken, Brüchen und Beziehungsgeflechten, das sich hier im Laufe von zehn recht unterschiedlichen Tracks dynamisch wie filigran schillernd entfaltet. Wobei die Holzbläserinnen Alexandra Grimal und Silke Eberhard ebenso originell zum Zuge kommen wie der Geiger Théo Ceccaldi, das geliebte Glockenspiel von Dejan Terzic und natürlich Lüdemanns delikates Piano.

Ob dieses farbenreiche Album mal so bedeutsam wird wie die im viersprachigen Booklet genannten Oktett-Legenden „Free Jazz“ und „Machine Gun“, wird die Zeit erweisen. Ein grandioses Meisterwerk ist „Polyjazz“ schon jetzt.

Sven Thielmann

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Hans Lüdemann TransEuropeExpress | PolyJazz

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Musik:
5,00
Klang:
4,50

Hans Lüdemann TransEuropeExpress: Polyjazz; Hans Lüdemann (p), Yves Robert (tb), Silke Eberhard (as, cl, bcl), Kalle Kalima (g), Sébastien Boisseau (b), Dejan Terzic (dr, perc); BMC / Note 1

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