Gothenburg Symphony | Sibelius : Symphony No. 1

Die Göteborger sind eines der ältesten und profiliertesten Sibelius-Orchester. Die von Wilhelm Stenhammar begründete Tradition blieb über 100 Jahre lebendig; für ihn war sein Komponistenkollege und Freund „der Erste, der Einzige, der Unergründliche“. Wer anderer Ansicht ist, sollte sich diese Aufnahme besorgen. Es ist nicht nur exquisit austariertes Orchesterspiel zu erleben, nicht nur eine Deutung, die das Filigrane und das Kompakte in ein ideales Gleichgewicht bringt – dergleichen gibt es öfter.


Was einen hier überwältigt, ist die unerbittliche Logik in der Gestaltung musikalischer Prozesse, verbunden mit einer schwärmerischen Stringenz der Melodik, ekstatisch und doch präzise formuliert, fernab von aller Schönfärberei, unsagbar schön.
Santtu-Matias Rouvali und den Göteborgern gelingt es, hinter die Partitur zu blicken, den Geist dieser Musik zu beschwören. Zwangsläufig erschließt sich ihnen – und uns – dabei der ganz eigene Ton von Sibelius. Mag auch die Klarinetteneinleitung der ersten Sinfonie noch zu weich tönen, so schütteln sie doch die vielgerügte Ähnlichkeit mit Tschaikowsky mehr und mehr ab, um im Finale geradezu ein Exempel des auto­ch-
thon finnischen Klangs zu statuieren: klar und lichterfüllt und vollkommen unsentimental. Auch bei „En Saga“ ist die Intensität und Frische phänomenal.
Der 33-jährige Rouvali leitet zwei skandinavische Orchester, ist außerdem häufig in London und droht somit den Sirenengesängen des Ruhmes zu erliegen. Würde er sich auf Göteborg konzentrieren, könnte er schnell und nachhaltig zu den Granden der Sibelius-Tradition aufschließen. Die Göteborger aber haben, nach verschenkten Jahren unter Dudamel, schon jetzt ihre alte Höhe wieder erreicht. Diesen Sibelius spielt ihnen so schnell keine andere Truppe nach!

Volker Tarnow

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Sibelius: Sinfonie Nr. 1, En Saga; Göteborgs Symfoniker; Santtu-Matias Rouvali (2018); Alpha