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Gewandhausorchester Leipzig | Brahms: Symphonie Nr. 1

Herbert Blomstedt läuft im Alter zu bestechender Form auf. Seine Einspielungen besitzen eine sich womöglich noch steigernde Intensität, zu der sich eine Souveränität in der Gestaltung aller orchestraler Klangmittel vom sonoren Tutti bis zur Individualisierung der Orchestergruppen gesellt, die gleichwohl stets um einen homogenen Tuttiklang gruppiert bleibt.


Und da er in diesen Einspielungen mit dem Gewandhausorchester, dem er eine Zeit lang als Chef vorstand, ein Spitzenorchester leitet, ist eine Brahms-Einspielung entstanden, die unbedingt zu den Referenz-Aufnahmen zu zählen ist.
Blomstedt gestaltet die 1. Symphonie gleichsam als Klangrede. Definierte der Brahms-Freund Eduard Hanslick Musik noch als „tönend bewegte Formen“, so fasst Blomstedt – unverkennbar auf dem Hintergrund der Mahler-Rezeption der letzten Jahre – sie als vielsagend-verschwiegene Sprache des Ausdrucks und der Emotion auf. Er stellt weniger den wuchernden kompositionstechnischen Aufwand heraus, den Brahms motivisch-thematisch betreibt und der etwa Schönberg dazu brachte, Brahms als einen Vorläufer zu deuten, als vielmehr die Emotionalität dieser Musik, die durch den Aufwand an Kompositionsmitteln gleichsam „objektiviert“ wird.
Die Zitate in der Symphonie vom Choral bis zur Alphornweise werden als Chiffren einer emotionalen Betroffenheit spürbar, die zu beherrschen ist. Es ist schlechterdings meisterhaft, wie Blomstedt und das Gewandhausorchester solchen Ausdruck musikalisch unmittelbar spürbar vermitteln.

 

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Gewandhausorchester Leipzig | Brahms: Symphonie Nr. 1

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Brahms: Symphonie Nr. 1, Tragische Ouvertüre; Gewandhausorchester Leipzig, Herbert Blomstedt (2019); Pentatone

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