Frescobaldi | Toccaten

Den Namen Christophe Roussets verbinden CD-Hörer hauptsächlich mit dem französischen Cembalorepertoire des 17. und 18. Jahrhunderts. Wenn er nun seine Einspielung von Teilen aus Frescobaldis erstem Toccatenbuch (1615/28/37) vorlegt, kommt das einem Fachwechsel nah – auch wenn seine Diskografie so unfranzösische Namen wie Froberger und Carl Philipp Emanuel Bach einschließt.

Den Namen Christophe Roussets verbinden CD-Hörer hauptsächlich mit dem französischen Cembalorepertoire des 17. und 18. Jahrhunderts. Wenn er nun seine Einspielung von Teilen aus Frescobaldis erstem Toccatenbuch (1615/28/37) vorlegt, kommt das einem Fachwechsel nah – auch wenn seine Diskografie so unfranzösische Namen wie Froberger und Carl Philipp Emanuel Bach einschließt.
Frescobaldis Tastenmusik erscheint heute als Ausgangspunkt des virtuosen Tastenrepertoires des 17. Jahrhunderts, und es zeugt vom umfassenden Anspruch des Tastenspielers: Höfischen Tanz und Madrigalgesang, Opernaffekt und Lautenkunst scheint die Tastatur förmlich aufzusaugen, um tastentypische Auszierungs- und Variationstechniken zu bereichern – und dann in hochintellektuellen Kontrapunkt zu verwandeln, jeder Satz ebenso Kunst- wie Denkstück. Geht Christophe Rousset im eleganten französischen Repertoire auch mal an die Grenze des Manierierten, so nähert er sich dem Manierismus Frescobaldis mit Feingefühl: Tanz bleibt Tanz, virtuose Passagen blitzen angemessen – die Affekt-Nuancen etwa in den Toccaten Nr. 6 und 7 gewinnen jedoch eine zutiefst introvertierte, beinahe spröde Intensität.
Das italienische Cembalo aus dem späten 16. Jahrhundert erlaubt nicht jene subtilen Farbräusche der flämischen oder französischen Instrumente, die man sonst von Roussets Einspielungen kennt. Es klingt offen und klar, mit fast glasig tönendem Bass; manchmal inspiriert es Rousset zu recht robusten Klanggesten. Die Farbe legt er in der raffinierten Satzkunst Frescobaldis frei, in den reichen, aber geschmackvollen Beugungen des Tempos und in der hervorragenden mitteltönigen Stimmung des Instruments.

Friedrich Sprondel

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Frescobaldi: Toccaten, erstes Buch; Christophe Rousset, Cembalo (2018); Aparté