Freiburger Barockorchester – Beethoven: Tripelkonzert op. 56

Auch von Beethovens Grand Concerto op. 56, dem sogenannten Tripelkonzert, das ja von jeher im Schatten seiner anderen Konzerte stand, liegen inzwischen zahlreiche Aufnahmen vor – viele von ihnen mit „großen Namen“. Und sogar das zweite Werk dieses Albums, ein rares Trio-Arrangement der zweiten Sinfonie, ist heute ebenfalls keine Katalograrität mehr.

Dennoch halte ich diese Neuveröffentlichung für eine wichtige Ergänzung des Angebots. Nicht, weil sie die Fraktion der historisierenden Interpretationen weiter stärkt. Sondern wie sie dies tut. Das Feld der Aufführungen mit Instrumenten der Entstehungszeit ist ja inzwischen ein Tummelplatz für „kreative“ Lösungen aller Art geworden, in denen es oft vor allem darum zu gehen scheint, es anders, interessanter zu machen als gewohnt. Sätze werden in absurden Tempi durchrast, Akzente gepeitscht, Melodien geschunden.

Nichts davon hier. Heras-Casado, sonst Extremen durchaus nicht abgeneigt, lässt die Freiburger in dieser Produktion frisch und subtil, aber ohne alle Übertreibungen und Vergröberungen phrasieren, im Konzert fügen sich die drei erstklassigen Solisten vorbildlich dezent in das Gesamtgeschehen ein.

Beim Abhören stellte sich bei mir das sichere Gefühl ein, dass die musikalische Umsetzung hier den aktuellsten Vorstellungen „historisch informierter“ Wissenschaftler vom Klang der Entstehungszeit recht nahe gekommen sein dürfte. Die lebendige Gliederung und die klangliche Transparenz der Aufführung passen genau zu dem „kürzeren“ Ton – Melnikov spielt  das op. 56 auf einem Wiener Flügel von 1815! – und noch nicht so satten Klang der alten Instrumente.

Ingo Harden

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Freiburger Barockorchester – Beethoven: Tripelkonzert op. 56

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Beethoven: Tripelkonzert op. 56, Klaviertrio op. 36 (nach der Sinfonie Nr. 2); Alexander Melnikov, Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras, Freiburger Barockorchester, Pablo Heras-Casado (2020); Harmonia Mundi

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