Frank Wingold | To Be Frank

In dem für Barockmusik-Genießer unverzichtbaren Film „Die Siebente Saite“ fügt der Protagonist seiner Gambe zur Erweiterung des Klangspektrums des Instruments eine weitere Saite hinzu. Ähnlich verfuhr auch Frank Wingold, der seine akustische wie auch seine elektrische Gitarre mit einer zusätzlichen Saite ausstattete. Damit erzielt er bei seinen Solo-Exkursionen mit Titeln aus dem Great American Songbook, Jazzthemen und eigenen Stücken eine nahezu orchestrale Wirkung.

Dabei verzichtet Wingold, der als Professor für Jazzgitarre an der Musikhochschule Osnabrück unterrichtet, auf dem Album „To Be Frank“ bei sämtlichen Improvisationen auf Overdubs. Zudem beruht der exzellente Sound seiner Spielweise darauf, dass er anstelle eines Plektrums seine Finger und Fingernägel einsetzt. Im Pressetext erklärt er dazu: „So habe ich, auch wenn ich Melodien spiele, schnellen Zugriff auf alle Saiten. Ob Melodie, Akkorde, polyfone Passagen oder Arpeggios – ich brauche meine Technik nicht zu ändern.“

Das zeigt sich schon in der virtuosen Einleitung von „The Song Is You“ wie auch in der Ballade „Alone Together“. Am besten lässt sich die faszinierende Technik des Gitarristen in dem für seine Repertoireauswahl eher untypischen Stück „Feel Like Funkin’ It Up“ nachvollziehen. Mit diesem Thema animiert die Rebirth Brass Band aus New Orleans bei ihren Auftritten das Publikum zum Tanzen. Auch in Wingolds Interpretation schwingt diese Begeisterung mit, wobei der Gitarrist dem temperamentvollen Song mit einer simultan gespielten Basslinie den richtigen Groove verleiht. Den Ausklang der hervorragenden Einspielung bilden einige Improvisationen.

Gerd Filtgen

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Frank Wingold: To Be Frank

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Frank Wingold: To Be Frank; Frank Wingold (ac-g, el-g); Berthold/Cargo

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