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François-Xavier Roth | Beethoven: Sinfonie Nr. 3

Vom 250. Geburtstag Beethovens bis zu seinem 200. Todesjahr 2027 spannt sich das Projekt der Harmonia Mundi mit den wichtigsten Werken dieses Komponisten in neuen, zukunftsweisenden Aufnahmen auf zumeist historischen Instrumenten. Also keine umfassende Werkschau, sondern ganz gezielt die Konzentration auf die wichtigsten Arbeiten, von der Klaviersonate und den Streichquartetten bis zur Sinfonik und der Missa solemnis.

Mit dabei die wichtigsten Klangkörper im Bereich der Alten Musik wie das Freiburger Barockorchester, die Akademie für Alte Musik Berlin oder auch das französische Spezialistenorchester Les Siècles. Mit letztgenanntem Ensemble hat nun  François-Xavier Roth eine Einspielung der „Eroica“ vorgelegt, die Maßstäbe setzen wird. Hier wird so frisch, transparent und gleichzeitig tiefgründig musiziert, dass einem die Ohren aufgehen. Selten hat man die harschen Dissonanzen im Kopfsatz oder das große Fugato im Trauermarsch so eindringlich gehört wie hier.

Da wirkt nichts eingeschliffen oder lustlos heruntergespielt wie zuweilen bei den klassischen Sinfonieorchestern, sondern es wird kräftig gegen den Strich gebürstet und nahezu jeder Takt atmet die revolutionäre Frische dieser Musik, die zu ihrer Entstehungszeit alle Konventionen sprengte. Spielfreude paart sich mit Detailgenauigkeit, falsches Pathos hat da keine Chance.

Dabei gelingt dem Ensemble immer wieder eine ungemein feine Klangbalance vor allem zwischen Holzbläsern und Streichern. Bei der Flut von Veröffentlichungen im Beethoven-Jahr 2020 hätte man sich mehr solcher wegweisenden und spannungsreichen Einspielungen gewünscht. Dagegen wirkt die Ouvertüre zu Méhuls etwa zeitgleich entstandener Oper „Die Amazonen“ routiniert und im Vergleich zur „Eroica“ geradezu konventionell.

Martin Demmler

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François-Xavier Roth | Beethoven: Sinfonie Nr. 3

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Beethoven: Sinfonie Nr. 3; Méhul: Ouvertüre zu „Die Amazonen“; Les Siècles, François-Xavier Roth (2020); Harmonia Mundi

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