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Ensemble Resonanz | Pergolesi: Stabat Mater - Rossell: Salve Regina

Das Zusammentreffen – oder besser: Aufeinanderprallen – von Riccardo Minasi und dem Ensemble Resonanz zählt zu den derzeit aufregendsten Begegnungen der Klassikszene. Kompromisslos dringen der italienische Dirigent und das Hamburger Orchesterkollektiv zum emotionalen Kern der Musik vor.

Das ist auch in der Aufnahme des „Stabat Mater“ von Pergolesi zu erleben, dessen beinahe opernhafte Textausdeutung in der Einspielung so plastisch wie selten zu Tage tritt. Wenn die Streicher im zweiten Satz ihre Akzente in die Saiten hacken, sieht man das Schwert förmlich vor sich, das die „seufzende Seele“ der Gottesmutter durchbohrt.

Mit Giulia Semenzato und Lucile Richardot haben Minasi und das Ensemble Resonanz zwei phänomenale Solistinnen an der Seite, die diesen Weg mitgehen. Als Jesus seinen Geist aushaucht, flüstert die Sopranistin Giulia Semenzato ihre letzten Töne im allerzartesten, kaum noch hörbaren Pianissimo, ohne dass ihr die Stimme bricht. Da stehen einem die Nackenhaare senkrecht.

Minasi gönnt sich und seinen Mitstreitern erstaunliche Freiheiten, um den Ausdruck auf die Spitze zu treiben. Und das verfehlt seine Wirkung nicht. Ganz am Ende, als Pergolesi eine Vision vom Paradies beschwört, wagt der Dirigent ein extrem gedehntes Tempo. Aber er hält die Spannung. Ebenso wie im ersten Satz, wo Streicher und Soli die schmerzvollen Reibungen auskosten – und die beiden Sängerinnen den Einsatz des Wortes „lacrimosa“ so lange verzögern, dass einem der Atem stockt.

Eine neue Referenzaufnahme des Stücks, ergänzt um eine Sonata von Angelo Ragazzi und ein „Salve Regina“ von Joan Rossell, das lange Zeit Pergolesi zugeschrieben wurde.

Marcus Stäbler

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Ensemble Resonanz | Pergolesi: Stabat Mater - Rossell: Salve Regina

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Pergolesi: Stabat Mater; Ragazzi: Sonata a quattro; Rossell: Salve Regina; Giulia Semenzato, Lucile Richardot, Ensemble Resonanz, Riccardo Minasi (2020); Harmonia Mundi

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