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Emmanuel Despax, Miho Kawashima, BBC Symphony Orchestra, Andrew Litton | Brahms: Klavierkonzert Nr. 1, 16 Walzer op. 39

Brahms, erstes Klavierkonzert ist ein Prüfstein für jeden Pianisten. Der in Paris geborene, aber vor allem in London ausgebildete Emmanuel Despax hat das Werk im Februar 2020 mit dem BBC Symphony Orchestra unter Andrew Litton aufgenommen. Entstanden ist eine im besten Sinne solide Einspielung, die allerdings im Schatten der Referenzaufnahmen etwa von Arthur Rubinstein oder Krystian Zimerman bleibt.

Andrew Litton wählt mit dem BBC Symphony Orchestra für das eröffnende Maestoso ein sehr breites Tempo, erreicht allerdings nicht die Klangschönheit der Berliner Philharmoniker, die Zimermans Deutsche-Grammophon-Einspielung unter Simon Rattle adelt. Despax spielt durchaus differenziert, aber weder mit der gestalterischen Raffinesse Zimermans noch mit der intensiven Dringlichkeit von Rubinstein, die dieser mit dem Boston Symphony Orchestra unter Leinsdorf 1964 an den Tag legte.

Im Adagio liegt Despax beim Tempo genau zwischen dem fließenden Ansatz Rubinsteins und dem zelebrierenden Zimermans, ohne aber einen starken eigenen Eindruck zu hinterlassen. Im Rondo-Finale wiederum wählt Despax das langsamste Tempo, ist dabei genauso weit von Rubinsteins Lebendigkeit wie von Zimermans Konturenschärfe entfernt.

Als gefällige Zugabe spielte Despax im Juli 2020 gemeinsam mit Miho Kawashima Brahms, 16 Walzer op. 39 ein. Aber auch diese Walzer sind in der vierhändigen Version von Andreas Grau und Götz Schumacher (col legno) bereits profilierter und klangschöner interpretiert worden.

Gregor Willmes

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Emmanuel Despax, Miho Kawashima, BBC Symphony Orchestra, Andrew Litton | Brahms: Klavierkonzert Nr. 1, 16 Walzer op. 39

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