Christian Tetzlaff | Bartók: Violin Concertos Nos. 1

Schon damals war er sich seiner Sache sehr sicher. Als Christian Tetzlaff 1995 mit Béla Bartóks zweitem Violinkonzert bei den Berliner Philharmonikern debütierte, konnte man nur staunen, mit welcher Übersicht, geigerischen Souveränität und auch Risikobereitschaft der damals 29-Jährige seinen Part gestaltete.

1991 hatte er bei Virgin seine erste Aufnahme des Werkes vorgelegt, mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Michael Gielen hatte er kompetente Mitgestalter an seiner Seite. Bereits dort überzeugte Tetzlaff mit seinem Verständnis für die  Struktur und die musikalische Dimension dieses Meisterwerkes, beflügelt wohl auch durch Gielens wissende Mitwirkung.

Gut 27 Jahre später spielte er mit dem Finnischen Rundfunk-Sinfonieorchester unter Hannu Lintu das Konzert erneut ein, die vorliegende Aufnahme entstand als Synthese einer Serie von mehreren Live-Mitschnitten. Hier ist man noch näher am Puls und am energetischen Fluss dieser perfekt konstruierten Partitur, die musikalisch ein immenses Spektrum von Emotionen transportiert, im weiten Ausdrucksradius von größter Zartheit bis zur dramatischen Eruption. Darin bewegt sich Tetzlaff mit einer jetzt auf allen Ebenen gesteigerten Sensibilität. Musikalische Rhetorik, klangliches Raffinement und geigerische Brillanz summieren sich zu einem facettenreichen Gesamtbild und dem Eindruck von Gleichgewicht und Stimmigkeit.

Hatte Tetzlaff für seine erste Aufnahme Bartóks Solosonate als Ergänzung gewählt, so stellt er jetzt das erste Violinkonzert vor. Das für die ungarische Geigerin Stefi Geyer geschriebene Werk kam erst 1958 zur Uraufführung und blieb bis heute ein seltener Gast in den Konzertsälen. Wenn man die fein konturierte und immer auch genussvoll ausgesungene Darstellung mit Christian Tetzlaff und den Musikern aus Helsinki auf sich wirken lässt, wird klar, welch großer Wurf auch dieses Stück ist.

Norbert Hornig

Zur Übersicht
moltoChristian Tetzlaff | Bartók: Violin Concertos Nos. 1

Bei unseren Partnern erhältlich als CD oder Download:

Bestellen bei JPC
Download bei qobuz
Musik:
5,00
Klang:
4,00

Bartók: Violinkonzerte; Christian Tetzlaff, Finnisches Rundfunk-Sinfonieorchester, Hannu Lintu (2017); Ondine