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Chouchane Siranossian | Romberg: Violin Concertos

Die Barockgeigerin Chouchane Siranossian, die sich auf dem Alpha-Label zuletzt mit Konzertaufnahmen zum Tartini-Gedenkjahr 2020 profiliert hat, setzt hier eine Marke mit Repertoire aus der Zeit der Wiener Klassik abseits des Mainstream.

Ihr neues Projekt ist eine Hommage an den Geiger und Komponisten Andreas Romberg. 1767 im niedersächsischen Vechta geboren, war dieser einige Jahre Mitglied der Kurfürstlichen Hofkapelle in Bonn (1790-93), wo zur selben Zeit auch sein Cousin Bernhard Romberg und Ludwig van Beethoven als Bratschist spielten. Die Begegnung mit Joseph Haydn beeindruckte Romberg nachhaltig, die stilistische Nähe seiner Musik zum großen Vorbild spricht auch aus seinen Violinkonzerten. Romberg schrieb 20 zum eigenen Gebrauch, nur vier erschienen im Druck.

Siranossian wählte drei Werke aus, die zwischen 1786 und 1800 entstanden und als repräsentativ gelten können für Rombergs Komponieren unter dem Einfluss von Haydn, Mozart und Beethoven. Das Konzert Nr. 12, mit einer auskomponierten Kadenz im ersten Satz und einem pfiffigen Rondo-Finale, ist wohl das originellste und eigenständigste davon.

Chouchane Siranossian gestaltet ihre Soli energetisch und mit sprechender Phrasierung, wobei man das dynamische Anschwellen von Tönen durchaus als übertrieben empfinden kann. Das in Basel ansässige Capriccio Barockorchester spielt luftig, präzis und hellwach. So erweitert diese Ersteinspielung in „historisierender“ Spielpraxis auf hohem Niveau die Sicht auf einen Komponisten, der mit seinem umfangreichen Schaffen auf dem Tonträgermarkt nur rudimentär vertreten ist. Die Aufnahme lenkt auch den Blick auf das kreative Umfeld des Titanen Beethoven.

Norbert Hornig

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Chouchane Siranossian | Romberg: Violin Concertos

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Romberg: Konzerte für Violine und Orchester Nr. 4, 9 und 12; Chouchane Siranossian, Capriccio Barockorchester (2018); Alpha

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