Branford Marsalis | Ma Rainey’s Black Bottom

Chicago, 1927. Ma Rainey, genannt die „Mutter des Blues“, gerät im Studio mit ihrem Trompeter Levee Green aneinander. Von diesem Zoff erzählt der Netflix-Streifen „Ma Rainey’s Black Bottom“ ebenso wie von inneren Konflikten und der Selbstbehauptung schwarzer Künstler. Für den Soundtrack dieser Verfilmung eines Bühnenstücks von August Wilson zeichnet Saxofonist Branford Marsalis verantwortlich, der nicht bloß Ma-Rainey-Nummern und Musik aus den 1920ern neu arrangiert, sondern auch eigene Stücke komponiert hat. Die Neuheiten können einen Hang zur Nostalgie nicht verbergen und fügen sich perfekt ins bereits vorhandene Repertoire ein.

Ein typisches Branford-Marsalis-Album ist nicht daraus geworden. Statt mit seinem regulären Quartett arbeitet der Amerikaner dieses Mal mit Ensembles wechselnder Größe, bis hin zum 20-köpfigen Orchesterformat à la Paul Whiteman, wofür ihm bei der Aufnahme zahlreiche Musiker zur Seite standen. Er bietet einzelnen Instrumenten, wie etwa dem Banjo, eine exponierte Stellung.

Den weiblichen Gesangspart übernimmt zumeist Maxayn Lewis, einst Mitglied der Ikettes von Ike und Tina Turner, anstelle der Schauspielerin Viola Davis, die im Film die Ma Rainey spielt. Mit ihrer röhrenden Reibeisenstimme illuminiert sie Titel wie „Deep Moaning Blues“. Im Original begleitet ein Kazoo diesen Song, worauf Branford Marsalis aber verzichtet. „Sandman“ setzt in verblüffender Weise auf Tap-Dance. „Baby, Let Me Have It All“ verschreibt sich leidenschaftlich dem Swing. Dramatische Pianoklänge regieren bei „Leftovers“. So ist ein technisch einwandfreies Album entstanden, das zwischen Jazz und Klassischem Blues oszilliert.

Dagmar Leischow

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Branford Marsalis | Ma Rainey’s Black Bottom

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Branford Marsalis: Ma Rainey’s Black Bottom; Maxayn Lewis (voc), Branford Marsalis (sax), Don Vappie (bj, g), Justin Faulkner (dr), Greg August (b) u. a. Milan/Sony

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