Bob Sheppard | The Fine Line

Weshalb der amerikanische Multiinstrumentalist Bob Sheppard von prominenten Jazzmusikern und Popkünstlern engagiert wurde, erschließt sich schon bei den ersten Tönen von „The Fine Line“. Sein wendiger Saxofon-Sound, der selbst in einem im schnellen Tempo gebotenen Stück wie „Edge Of Trouble“ nichts von seinem Glanz verliert, lässt aufhorchen.


Obwohl Bob Sheppard auf eine über 40-jährige Karriere zurückblicken kann, sind seine Platten als Leader überschaubar. Offenbar ist er als Studiomusiker und Musikdozent genug ausgelastet. Das verrät die lange Vorbereitungszeit für dieses abwechslungsreiche Mainstream-Album. Fast zwei Jahre dauerte es, bis der niederländische Bassist Jasper Somsen, der sich mit Sheppards Musik angefreundet hatte, mit ihm in Burbank, Kalifornien, eine Platte aufnehmen konn­te.
Das Warten hat sich gelohnt. Bei den von Sheppard ausgewählten Musikern handelt es sich um den stilistisch versierten Pianisten John Beasley und den mit knackigen Beats agierenden Kendrick Scott sowie Gastsolisten erster Wahl. Bis auf einige Evergreens und Somsens „Above & Beyond“ besteht der Hauptanteil aus Stücken des Leaders. Dabei wechseln sich spannende Themen wie „Run Amok“, das durch den hier agierenden E-Bassisten Benjamin Shepherd einen treibenden funky Groove bekommt, mit Balladen wie dem Albumtitel und „Joegenic“ ab. Jasper Somsen fühlt sich unter den amerikanischen Musikern offenbar voll in seinem Element. Das demonstriert er speziell in der Begleitung von „I Didn’t Know What Time It Was“, das von dem Saxofonisten mit aparten melodischen Phrasen ergänzt wird, wie auch in dem von ihm neu arrangierten „A Flower Is A Lovesome Thing“.

Gerd Filtgen

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Bob Sheppard | The Fine Line

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Bob Sheppard: The Fine Line; Bob Sheppard (sax), John Beasley (p), Jasper Somsen (b), Kendrick Scott (dr) u. a. Challenge / In-Akustik