Berlin Deutsches Symphony Orchestra | Alfvén: Symphonie No. 3

Vor einem Jahr starteten Lukasz Borowicz und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin die Gesamtaufnahme der Sinfonien von Hugo Alfvén bei cpo mit einer fulminanten Ersten. Ein verheißungsvoller Auftakt.


Die zweite Folge, in deren Mittelpunkt die durch eine Italienreise inspirierte dritte Sinfonie (1906) steht, erfüllt die geweckten Erwartungen. Mehr noch: Schwedens vielleicht bedeutendstem, sicher aber populärstem Sinfoniker wird hier ein Liebesdienst erwiesen, wie es zuletzt vor 30 Jahren unter Neeme Järvi (BIS) der Fall war. Borowicz bringt Leidenschaft und Kontrolle in ein ausgewogenes Verhältnis. Er gibt dem enthusiastischen Ton des ersten Satzes gebührend Raum, baut die Durchführung folgerichtig von einigen nachdenklichen Momenten zu ihrem konfliktträchtigen Höhepunkt hin auf, aus dem das jubelnde Hauptthema umso triumphaler hervorbricht. Die wehmütige Melodie, die den langsamen Satz beherrscht, wird von Borowicz mit beinahe schon zu viel Gefühl aufgepumpt. Aber eher noch staunt man über die Strauss’schen Farben und Chromatizismen, die hier mit sattem Klang zum Leuchten gebracht werden. Die Polyfonie zu Beginn des Scherzos hat bei dem jungen Polen ein beachtliches dynamisches und agogisches Relief. Hier hat jemand augenscheinlich seinen Alfvén sehr genau gelesen, wie etwa beim Vergleich mit Niklas Willéns Naxos-Einspielung (1996) deutlich wird.
Ergänzt wird die Sinfonie auf diesem Album von der Uppsala-Rhapsodie, einem Gegenstück zu Brahms’ Akademischer Festouvertüre, und der Suite aus dem Ballett „Bergkönig“, die mit dem „Tanz der Hirtin“ eines der bekanntesten Stücke von Alfvén enthält. Auch hier engagierte, vitale Wiedergaben.

Andreas Friesenhagen

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Alfvén

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Alfvén: Sinfonie Nr. 3, Uppsala-Rhapsodie, Bergkönig-Suite; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Lukasz Borowicz (2018); cpo