Anima Eterna Brugge | Schubert & Berwald: Septett B-Dur

Nach der jüngsten, aufwühlenden CD mit Isabelle Faust und ihren Kammermusikpartnern folgt nun abermals eine Einspielung des Schubert-Oktetts auf historischen Instrumenten und auf der Grundlage historisch informierten Spiels. Auch hier, mit der verkleinerten Anima Eterna Brugge (die vor mehr als 20 Jahren sämtliche Schubert-Sinfonien aufgenommen hat), werden alle Fettschichten, die man diesem opulenten Werk mitunter aufgespachtelt hat, sorgsam abgetragen.

Das Ergebnis ist ein angenehm schlankes Musizieren, das viele Feinheiten an unser Ohr fördert und das Werk so viel direkter, unmittelbarer erscheinen lässt: mit Crescendi auf engstem Raum und kleinen Hervorhebungen wie Nadelstichen, mal augenzwinkernd, mal aufrüttelnd.
Akzentlustig geht es in allen Sätzen zu, besonders im Scherzo, im Menuett sowie im tänzerischen Finale. Herzstücke aber sind die beiden langen langsamen Abschnitte, getragen und geprägt von Schubert᾽scher Melancholie, die nie plakativ ausgestellt wird, sondern sich in ganzer Natürlichkeit präsentiert. Die Symbiose aus Bläsern und Streichern gelingt in nahezu allen Punkten. Den ungewöhnlichen Reiz dieser Produktion macht vor allem die Kombination mit dem selten zu hörenden Septett von Franz Berwald aus, dreisätzig klassisch gebaut, romantisch im Klang, trotz einiger hörbarer Anlehnungen an Beethovens Septett. Das Manuskript der Endfassung des Berwald-Septetts stammt übrigens aus Schuberts Sterbejahr, 1828.
Auch hier spielen die Musiker von Anima Eterna mit Genauigkeit und Verve, mit Sinn für Details und große Bögen. Man höre nur die harmonischen Modulationen im Kopfsatz, subtiler kann man Schmerz und Humor kaum paaren. Eine Aufnahme, die auch aufgrund ihres direkten und plastischen, nie aggressiven Klangbildes keine Wünsche offenlässt.

Christoph Vratz

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Anima Eterna Brugge

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Schubert: Oktett; Berwald: Septett; Anima Eterna Brugge (2018); Alpha