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Andrej Hoteev | Tschaikowski: Sämtliche Werke für Klavier und Orchester

Gut 20 Jahre ist es her, dass der Pianist Andrej Hoteev – damals für das Label Koch Schwann – sämtliche Werke für Klavier und Orchester von Peter Tschaikowski herausbrachte: neben den drei Klavierkonzerten noch die Fantaisie de Concert, ein frühes Allegro sowie die „Ungarischen Zigeunerweisen“, deren Autorschaft wahrscheinlich bei Franz Liszt zu suchen ist und die auf Bitten von dessen Schülerin Sophie Menter von Tschaikowski orchestriert wurden.

Nun bedeutet dieser Umstand allein noch keine Revolution – die Tatsache jedoch, dass alle diese Interpretationen auf dem Urtext beruhen, der Jahrzehntelang nicht oder kaum gespielt worden war, schon eher. Der Platz reicht hier nicht aus, um alle Kürzungen und Verstümmelungen aufzuzählen, denen Tschaikowskis Musik bis dato anheimgefallen war.

Nun ist diese Box bei Hänssler wiederveröffentlicht worden – neu abgemischt. An editorischem Wert hat sie nicht verloren – umso weniger, als nach wie vor die Urfassungen von den Interpreten viel zu selten benutzt werden. Es mag daran liegen, dass die diversen Bearbeiter von Tschaikowskis Musik eher deren brillante, virtuose Seiten in den Vordergrund stellten, was so manchem Pianisten besser gefallen dürfte, als die eher gemäßigten Tempi der frühen Versionen. Das ist umso bedauerlicher, als der „originale“ Tschaikowski weiß Gott genug zu bieten hat, um die Bearbeitungen zu verdrängen – und auch, um wagemutigere Pianisten anzulocken. Bei allem Respekt vor Hoteevs in jedem Takt soliden und zuverlässigen Pionierdeutungen kommt man nämlich nicht umhin, seinem Spiel in einigen Passagen eine gewisse Schwerfälligkeit zu attestieren. Es gibt also, trotz Vollständigkeit, noch Luft nach oben.

Thomas Schulz

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Andrej Hoteev | Tschaikowski: Sämtliche Werke für Klavier und Orchester

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Tschaikowski: Sämtliche Werke für Klavier und Orchester; Andrej Hoteev, Tschaikowski-Symphonieorchester Moskau, Vladimir Fedossejew (1996-1998); Hänssler (3 CDs)

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