Ana de la Vega | Mozart & Mysliveček: Flute Concertos

Eine schöne Programmidee, Mozarts beiden Flötenkonzerte mit dem einzigen überlieferten Flötenkonzert von Mysliveček zu kombinieren. Der gebürtige Prager Josef Mysliveček (1737-81) wurde ab 1763 in Italien als Opernkomponist ungemein populär.

Seine im Geiste der Frühklassik stehenden Instrumentalwerke zeichnen sich durch eine originelle Mischung aus böhmischem Musikantentum und italienischem Schmelz aus. Mozart schätzte den zwanzig Jahre älteren Kollegen sehr und beschäftigte sich intensiv mit dessen Werk. In seinem Flötenkonzert bestätigt sich die hinreißende Kantabilität seiner Thematik, der Orchestersatz weist neben den Streichern die damals üblichen Oboen- und Hörnerpaare aus.

Bezüglich der Wiederentdeckung des Stückes sei die einzig negative Anmerkung zur vorliegenden Edition angemerkt: Ana de la Vega erzählt im Booklet die rührende Geschichte von ihrer Bahnreise an die tschechisch-polnische Grenze, um das verschollene Stück zu finden und mit der vorliegenden Aufnahme die CD-Premiere feiern zu können.

Tatsächlich hat der Prager Flötist und Musikforscher Milan Munclinger das Konzert 1969 bei der Edition Musica viva Prag herausgegeben, die CD-Premiere erfolgte 1988 mit dem Schweizer Flötisten Bruno Meier und dem Prager Kammerorchester (bei Koch/Schwann).

Die Flötenkünste der in Hannover lebenden australischen Flötistin sind hingegen makellos: de la Vega verfügt über einen in allen Lagen samtweichen, dunkel timbrierten, schlanken und flexiblen Ton sowie eine souveräne Technik. Besonders bei Mozarts KV 313/314 wirken ihre Interpretationen gelegentlich fast respektvoll-akademisch. Herrlich das vollmundig aufspielende English Chamber Orchestra sowie die ungemein räumlich-präsente Aufnahmetechnik vor allem in der Mehrkanalversion.

Holger Arnold

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Ana de la Vega

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Mozart, Myslivecek: Flötenkonzerte; Ana de la Vega, English Chamber Orchestra (2016); Pentatone (SACD)