Amarcord & Calmus Ensemble | Leipziger Disputation

Vor 500 Jahren lieferten sich Martin Luther und der papsttreue Theologe Johannes Eck ein dreiwöchiges Streitgespräch, die sogenannte „Leipziger Disputation“. Zu diesem Anlass wurde in der Thomaskirche eine ungewöhnlich klangprächtige, zwölfstimmige Messe aufgeführt, die als Höhepunkt des Leipziger Musiklebens und als ein Meilenstein der mehrstimmigen Vokalmusik beschrieben wurde.


Die Leipziger Vokalensembles Calmus und amarcord gehen davon aus, dass es sich dabei nur um die „Missa Et ecce terrae motus“ von Antoine Brumel gehandelt haben kann und stellen sie in den Mittelpunkt ihres gemeinsamen Projekts.
Die Aufnahme beglückt durch den hohen Grad an Stimmkultur, an Homogenität im Klang und durch die Intonationssicherheit. Dass Calmus und amarcord die gleichnamige Antiphon an den Anfang der CD stellen, macht Sinn, liegt sie doch Brumels Missa zugrunde. Schlüssig ist auch die Überlegung, die Messe durch Kompositionen einiger Zeitgenossen Brumels wie Josquin des Préz, Johann Walter oder Nicolas Gombert  zu ergänzen.
Während amarcord aus zwei Tenören, zwei Bässen und einem Bariton besteht, präsentiert sich das Calmus Ensemble als gemischtes Vokalensemble aus Sopran, Altus, Tenor, Bariton und Bass. Dass sie alle ehemalige Thomaner sind, erklärt die fabelhafte Homogenität, mit der sie sich als ein Ensemble präsentieren.
Schade nur, dass Brumels Missa mit den ergänzenden Titeln verschränkt und damit auseinandergerissen wurde. Der Versuch, einen zeitlich begründeten Zusammenhang zwischen den Werken herzustellen, geht zu Lasten der Gesamtwirkung der einzelnen Stücke und insbesondere der Missa.

Thomas Otto

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Amarcord & Calmus Ensemble

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Leipziger Disputation. Brumel: Missa Et ecce terrae motus u. a.; Calmus Ensemble, amarcord, Anna Kellnhofer, Isabel Schicketanz (2018); Carus