Albrecht Mayer | Longing for Paradise

Im Mittelpunkt des wunderbaren Programms stehen das Oboenkonzert von Richard Strauss und eine Adaption von Maurice Ravels „Tombeau de Couperin“ für Oboe und Orchester. Beide Werke entstanden in trostlosen Zeiten: Strauss᾽ Konzert 1945 kurz nach dem Zweiten, Ravels Klaviersuite 1917 gegen Ende des Ersten Weltkriegs. Zeiten, in denen man sich das Paradies herbeisehnte, eben „Longing for Paradise“.


Ravel hat vier Sätze seiner Suite selbst für Orchester bearbeitet, bereits bei dieser Version nimmt die Oboe eine führende Rolle im Holzbläsersatz ein. Daran knüpft Joachim Schmeißer in der vorliegenden Bearbeitung für Oboe und Orchester geschickt an, ohne Ravels geniale, dem Mozart-Orchester angenäherte Instrumentation zu verändern. Auch das Strauss-Spätwerk gemahnt in seiner Diktion und ganz ähnlichen Orchesterbehandlung an Mozart. Flankiert wird dieser „Mozart-Kosmos“ von zwei Überraschungen: einleitend ein Satz („Soliloquy“) einer unvollendet gebliebenen Suite für Oboe und Orchester von Edward Elgar und abschließend das einsätzige Oboenkonzert von Eugène Goossens, das dieser 1927 für seinen Bruder, den renommierten Oboisten Léon Goossens, schrieb. Ein witzig-virtuoses Meisterwerk für Solist und Orchester gleichermaßen.
Was der fabelhafte Albrecht Mayer aus all dem macht, ist schlichtweg faszinierend: Mit technischer Perfektion und außergewöhnlicher musikalischer Gestaltungskraft verwandelt er selbst virtuos-zirzensische Passagen in pure Musik von betörendem Wohlklang. Die Bamberger Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Jakub Hrůša erweisen sich dabei in allen Bereichen als gleichermaßen hervorragende Dialogpartner.

Holger Arnold

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Albrecht Mayer | Longing for Paradise

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Longing for Paradise. Werke für Oboe und Orchester von R. Strauss, Elgar, Ravel, Goossens; Albrecht Mayer, Bamberger Symphoniker, Jakub Hruša (2016) Deutsche Grammophon