Christoph Abbrederis bei den Monforter Zwischentönen. Foto: Magdalena Turtscher
Christoph Abbrederis bei den Monforter Zwischentönen. Foto: Magdalena Turtscher

Zwischentöne klangen aus

Die vierten „Montforter Zwischentöne“ sind mit einem ausverkauften Konzert des Symphonieorchester Vorarlberg und Pianist Francesco Tristano zu Ende gegangen. Diese vierte Ausgabe sei mit insgesamt über tausend Besuchern und Zeichen setzenden, innovativen Veranstaltungen "ein voller Erfolg" gewesen, wie die Festivalleitung resümiert.

Unter dem Motto „erfinden – probieren, irren, probieren“ trafen im Montforthaus erneut Künstler der Sparten Klassische Musik, Architektur, Jazz und Bildende Künste zusammen. Zu den Höhepunkten gehörten die ebenfalls ausverkaufte Veranstaltung „Große (Ent-)Würfe – Verlorene Wettbewerbe“ (20.02,) der Konzertdramaturgie-Wettbewerb Hugo (25.02.), die Crowd-Performance „Rot folgt Gelb folgt Blau folgt Rot“ (26.02.) und eine Ausstellung des weltbekannten Bregenzer Illustrators Christoph Abbrederis.

Das von Francesco Tristano eigens für die „Zwischentöne“ entwickelte Programm „Bach Revolution“ feierte in Feldkirch seine umjubelte Weltpremiere. Zum ersten Mal arrangierte der musikalische Grenzgänger seine Musik für großes Orchester und setzte dafür Meisterwerke Bachs mit einer Reihe von Eigenkompositionen und Improvisationen in Beziehung.

Der zentralen Haltung der „Montforter Zwischentöne“ entsprechend wurden in der Crowd-Performance „Rot folgt Gelb folgt Blau folgt Rot“ die Grenzen zwischen passiv-konsumierenden Zuschauern und innovativen Künstlern vollkommen aufgelöst – Teilnehmer wurden zu Teilgebern. Hinter dem Auftragswerk der „Zwischentöne“ an das Amsterdamer Künstler-Kollektives Moniker verbarg sich ein Video im Hier und Jetzt in drei Farben, zu dem das liechtensteinisch-österreichische Trio Klanglabor live improvisierte.

Neue Konzertformate 2.0: Mit Spannung wurde auf die zweite Ausgabe von „Hugo – der Pitch um die beste Konzertidee“ geschaut, der zum ersten Mal neben dem Landeskonservatorium Vorarlberg auch in Kooperation mit dem Mozarteum Salzburg und der Hochschule für Musik Nürnberg stattfand. Teams aus Österreich und Bayern entwickelten ihre Idee zum Sommerthema „innehalten – Pause, Muße, Auszeit“. Glücklicher Gewinner dieses konzertdramaturgischen Kräftemessen ist das Vorarlberger Team Kontrapunkt. Es darf sein Sieger-Konzept im Rahmen der fünften „Zwischentöne“ im Juni/Juli 2016 umsetzen.

Vorarlberg ist eine weltweit bedeutende Architekturregion. Es nimmt also nicht Wunder, dass die „Montforter Zwischentöne“ zu der Veranstaltung „Große (Ent-)Würfe – verlorene Wettbewerbe: Ein Pecha Kucha-Abend bester Niederlagen“ eingeladen haben, die auf herausragendes Publikumsinteresse stieß. Mit dabei waren bekannte Vorarlberger Baukünstler wie Carlo Baumschlager, Andreas Cukrowicz und Hugo Dworzak. Sie beschrieben, wie ‚beste Niederlagen‘ zu großen Gewinnen und Chancen werden können, weil man sich künstlerisch weiterentwickelt und innovativen Ideen nachgeht. Für die musikalische Umrahmung sorgte der herausragende amerikanische Jazz-Pianist Peter Madsen mit improvisierter Trauer- und Auferstehungsmusik.

Der Bregenzer Illustrator Christoph Abbrederis ist der Öffentlichkeit von New York bis Madrid, in Zürich, München und Wien ein Begriff. Seit ungefähr zwölf Jahren veröffentlicht er jeden Werktag auf seiner Website einen Comic-Strip, der zwischen Hysterie und Nachdenklichkeit schwankend die Tragikomödie unserer Existenz beleuchtet. Ihm widmeten die „Montforter Zwischentöne“ eine viel frequentierte Einzelausstellung, die unter dem Titel „Das tägliche Scheitern“ noch bis zum 4. März rund 3.000 dieser kreativen Eintagsfliegen im Montforthaus versammelt. Darüber hinaus stand Christoph Abbrederis im Zentrum einer einwöchigen Live-Performance, in der er in sieben Tagen auf sieben Fenstern des Montforthauses die Welt „er-fand“.

 

Die fünften „Montforter Zwischentöne“ finden vom 20. Juni bis 3. Juli 2016 unter dem Motto „innehalten – Pause, Muße, Auszeit“ statt. Zu Gast ist u.a. der deutsche Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski, der zum Thema Zeit sprechen wird. Auf dem Programm steht weiterhin eine österreichische Erstaufführung von Musik des zeitgenössischen Komponisten Toshio Hosokawa in Resonanz auf Antonio Vivaldi.

 

www.montforter-zwischentoene.at

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