Flöte
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Zwei Drittel der Importe aus Asien

Nachrichten der Instrumentenbauer: Nach den letzten für 2014 aus der Umsatzsteuerstatistik vorliegenden Zahlen erzielten 1216 Hersteller einen Umsatz von 611,4 Mio. Euro, 1858 Einzelhändler von Musikinstrumenten und Musikalien einen Branchenumsatz von 1227,1 Mio. Euro.

Mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes der Hersteller entfällt auf die 23 (4,2% bzw. einer weniger als 2015) größeren Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten. Nach vorläufigen Jahresdaten haben diese 2015 einen Umsatz von 334 Mio. € erzielt. Dies sind 4,2% mehr als im Vorjahr. 2619 Mitarbeiter, 4,3% weniger als im Vorjahr (bedingt durch ein Unternehmen weniger) haben diesen Umsatz erwirtschaftet.

Anders als im Vorjahr (Stagnation) explodierten die Inlandsumsätze um 19,9 %, während die Auslandsumsätze der größeren Unternehmen erstaunlicherweise (s. unten) sogar um 3,3 % rückläufig waren. Die Auslandsumsätze mit der Eurozone nahmen um 1,4 % zu, während die Auslandsumsätze mit dem sonstigen Ausland erstmals wieder stärker rückläufig waren und zwar um 5,8 %. Die Bedeutung des EU-Anteils hat damit wieder von 34 % auf 35,5 % zugenommen, während der Anteil der Exporte in das sonstige Ausland von 66 % auf 64,5 % zurückging.

Die Exportquote der größeren Betriebe ist deutlich von 67,4 % auf 62,5 % zurückgegangen, wobei diese naturgemäß stärker exportieren als der Durchschnitt der kleineren Betriebe.

Die deutlichen Außenhandelsüberschüsse der Vorjahre sind nahezu weggeschmolzen. 2015 betrug der Außenhandelsüberschuss nur noch rund 5 Mio. € nach 32 Mio. € im Vorjahr. Die Exporte stiegen um 7,8 % auf 562,1 Mio. €, während die Importe noch stärker um 11,3 % auf 557,4 Mio. € zunahmen. Die Abweichungen zu den o. g. Auslandsumsätzen der 24 größeren Betriebe erklären sich aus wesentlich mehr am Export beteiligten Firmen (mehrere hundert) sowie aus den Exporten von Waren ausländischen Ursprungs, wenngleich die gegenläufige Entwicklung sowie der deutliche Unterschied nicht nachvollziehbar ist.

Die deutschen Exporte sind sehr breit aufgestellt. Die wichtigsten Exportländer sind Frankreich, die USA, China, Österreich, Schweiz, Japan, Großbritannien, die Niederlande und Polen. Bemerkenswert sind die - vermutlich zum größeren Teil wechselkursbedingten - Zuwächse der Exporte in die USA mit 26 %, nach Großbritannien mit 38,8 %, nach China mit 19,6 % und in die Schweiz mit 19,9 %.

Dagegen kommen fast 80% aller Importe aus den 5 Ländern China, Indonesien, USA und Japan und zuletzt auch aus den Niederlanden. Letzteres ist nicht das Ergebnis heimischer Produktion. Vielmehr sind die Niederlande Plattform für asiatische Importe, insbesondere bei elektrischen Instrumenten, die von dort aus auch nach Deutschland weiterexportiert werden. Insoweit kommen rund 2/3 aller deutschen Importe aus Asien.

Die positive Umsatzentwicklung wird auch durch die Statistik der in Deutschland produzierten Musikinstrumente bestätigt. Leider liegen zur Zeit nur Produktionsdaten für die ersten drei Quartale 2015 vor und das produktionsstärkste vierte Quartal fehlt noch. In den ersten drei Quartalen 2015 lag die Produktionsleistung wertmäßig um 2,9 % über dem Vorjahreszeitraum.

Anders als in den letzten sehr guten Jahren wurden erstmals wieder weniger Blechblasinstrumente produziert, insgesamt rund 9 %. Während noch 1,2 % mehr Wald-, Tenor-, Bariton- und Althörner produziert wurden, sind Trompeten, Kornette und Flügelhörner um 2,6%, andere Blechblasinstrumente wie z. B. Posaunen um 8,7% und Tuben sogar um fast ein Viertel rückläufig.

Dagegen gibt es nach Jahren der Rückgänge bei den Holzblasinstrumenten wieder Zuwächse. Blockflöten nahmen um 17,7 % zu, Fagotte und Oboen um 5,9 %.

Auch die Produktion von Schlaginstrumenten, die in den letzten Jahren eher rückläufig war, nahm mit 11,6 % wieder deutlich zu.

Bei Teilen und Zubehör gab es überwiegend Produktionszuwächse. Teile und Zubehör für Orgeln und Harmonien stiegen um 14,1 %, für Blasinstrumente um 10,9 %, für andere Musikinstrumente um 5,4 % und für Saiteninstrumente um 3,1 %. Lediglich Teile und Zubehör für Klaviere waren um 14,1 % rückläufig.

Die Produktion von Akkordeons und Mundharmonikas lag sogar ein Viertel höher als im Vorjahreszeitraum.

Bei den Großmusikinstrumenten lagen Klaviere um 2,1 % über dem Vorjahresniveau, Flügel um 2,8 % unter diesem.

Durch das letzte Quartal können sich natürlich noch Verschiebungen ergeben, aber die oben genannten Zahlen zeigen erste Tendenzen auf.

Die Ergebnisse der Exportstatistik gehen tendenziell in die gleiche Richtung wie die Produktionsdaten. Ergänzend liefert die Exportstatistik noch Informationen zu weiteren Produktgruppen.

So sind die Exporte von Geigen erneut rückläufig um diesmal 11,3 %, andere Streichinstrumente konnten dagegen kräftig um rund die Hälfte zunehmen. Einen deutlichen Zuwachs gab es erneut auch bei Musiksaiten mit 12,3 %.

Auf der Importseite gab es bei den wertmäßig großen Produktgruppen (> 20 Mio. €) folgende Entwicklung: Schlaginstrumente +10,8%, Gitarren +19,1%, Blechblasinstrumente +15,0%, Holzblasinstrumente +10,9%, Klaviere -12,1%, Flügel -14,8%. Fast 40% aller Importe entfallen auf elektrische Instrumente, die als Produktgruppe um 7,1% im vergangenen Jahr nur unterdurchschnittlich zunahmen.

Bei den Großmusikinstrumenten nahmen die Importe von Klavieren um 5,5 % zu, während Flügel um 5,2 % rückläufig waren.

In 2016 rechnet die Branche damit, ihr Vorjahresniveau zu halten. Die starken Unterschiede zwischen Inlands-und Auslandsumsätzen in 2015 dürften sich 2016 wieder ausgleichen, so dass von einer gleichförmigen Entwicklung auszugehen ist. Bei den Auslandsumsätzen dürften sich erneut die Umsätze mit den Staaten der Europäischen Union besser entwickeln als mit dem sonstigen Ausland.

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